Kolumbien / Venezuela / Politik

Venezuela will Drogenhändler Prozess machen

Regierung in Caracas drängt auf Auslieferung von Walid Makled aus Kolumbien. Auch USA wollen Drogenboss

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Festgenommen: Drogenboss Walid Makled
Festgenommen: Drogenboss Walid Makled

Caracas. Der venezolanische Staatschef Hugo Chávez hat am Wochenende während eines Fernsehinterviews aus der kubanischen Hauptstadt Havanna bekanntgegeben, sich mit Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos nach Prüfung internationaler Gesetze über die Auslieferung des venezolanischen Staatsbürgers Walid Makled nach Venezuela geeinigt zu haben.

Walid Makled wurde im August dieses Jahres von kolumbianischen Sicherheitsbehörden in der  Grenzstadt Cúcuta festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. In Venezuela werden ihm Drogenhandel, die Führung einer kriminellen Vereinigung und eine Reihe von Auftragsmorden, darunter gegen Journalisten, zur Last gelegt. Ende des Jahres 2008 hatten venezolanische Antidrogeneinheiten 400 Kilogramm Kokain sichergestellt und in diesem Zusammenhang Ermittlungen gegen Makled aufgenommen. Dieser floh daraufhin nach Kolumbien.

Neben Venezuela hatten neuerdings auch die USA die Auslieferung von Makled beantragt. Die US-Drogenbehörde DEA gab bekannt, „alles in ihrer Macht stehende zu tun“, um Makled in die USA zu bringen. Makled hatte in den letzten Wochen für internationales Aufsehen gesorgt, indem er behauptete mit einem Bruder des venezolanischen Innenministers Tarek Al Aissami Drogengeschäfte abgewickelt zu haben und gleichzeitig zwei Millionen US-Dollar für den Wahlkampf des Regierungslagers während des Verfassungsreferendums in Venezuela 2007 gespendet zu haben.

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Die Anschuldigungen hatten in Venezuela für Empörung gesorgt. Chávez machte deshalb am Samstag deutlich, dass der Auslieferungsantrag der USA in erster Linie dem Versuch diene, Makled „jede erdenkliche Möglichkeit zu geben, seine Lügen gegen Venezuela und seinen Präsidenten öffentlich zu verbreiten“. Venezuela solle unter dem Vorwurf der Finanzierung durch Drogenhandel “vor internationale Gerichte gezerrt“ werden

Der venezolanische Staatschef ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass Makled schon bald der venezolanischen Justiz vorgeführt werde. Sein kolumbianischer Amtskollege Juan Manuel Santos habe ihm die Auslieferung nach Prüfung der internationalen Rechtslage zugesichert. Zudem, bemerkte Chávez, würde sich “die kolumbianische Regierung nicht für solch ein schmutziges Spiel (der USA) hergeben.“

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