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USA und Ecuador richten Büro des FBI in Quito ein

Absichtserklärung unterzeichnet. Geplante Schwerpunkte sind Drogenhandel, Waffenhandel, Geldwäsche und Korruption. Opposition verweist auf Widersprüche zum Ergebnis der Volksabstimmung

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Vizepräsidentin Pinto (Bildmitte) bei der formellen Installierung des FBI Büros in Ecuador
Vizepräsidentin Pinto (Bildmitte) bei der formellen Installierung des FBI Büros in Ecuador

Quito. Die Zusammenarbeit zwischen den USA und Ecuador in Sicherheitsfragen vertieft sich weiter. Nachdem beide Länder vor zwei Wochen eine neue Militärkooperation vereinbart hatten (amerika21 berichtete), erhält das Andenland nun eine Außenstelle des Federal Bureau of Investigation (FBI).

Das neue Auslandsbüro wurde am vergangenen Mittwoch durch die Unterzeichnung einer Absichtserklärung durch Vizepräsidentin María José Pinto offiziell geschaffen. Sitz des Büros ist die US-Botschaft in Quito. Pinto bezeichnete das Abkommen als "praktische und konkrete Zusammenarbeit", die aufgrund des grenzüberschreitenden Charakters der organisierten Kriminalität notwendig sei.

Ziel der Vereinbarung ist der Aufbau von Strukturen, die die Durchführung paralleler Ermittlungen gegen transnationale und terroristische Organisationen ermöglichen. Der Fokus soll dabei auf der Identifizierung und Verfolgung von Drogen- und Waffenhandel, Geldwäsche sowie Korruption liegen. Daneben soll eine Spezialeinheit innerhalb der ecuadorianischen Polizei etabliert werden, die in direkter Abstimmung mit der US-Behörde arbeiten wird.

"Mit diesem Memorandum und der Einrichtung der FBI-Vertrauenseinheit verbessern wir unsere gemeinsame Fähigkeit, diejenigen zu identifizieren, zu zerschlagen und vor Gericht zu stellen, die Drogen handeln, Geld waschen, Waffen schmuggeln und den Terrorismus finanzieren", sagte Lawrence Petroni, amtierender Leiter der US-Botschaft in Quito. Der ecuadorianische Innenminister John Reimberg betonte, dass die neuen Strukturen einen Fortschritt bei der Analyse krimineller Strukturen im In- und Ausland darstellten.

Ecuador reiht sich damit neben Mexiko, Panama, El Salvador, Kolumbien, Brasilien, Argentinien, Chile, Peru und Barbados als zehntes Land Lateinamerikas und der Karibik ein, das über ein ständiges FBI-Büro verfügt. Nach offiziellen Angaben bestehen die Auslandsbüros der US-Bundespolizei seit den 1940er Jahren. Auf seiner Webseite schreibt das FBI: "Wir tragen zum Schutz der Amerikaner in der Heimat bei, indem wir Beziehungen zu den wichtigsten Strafverfolgungs-, Geheimdienst- und Sicherheitsbehörden weltweit aufbauen."

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Weltweit seien ca. 250 Spezialagenten und Unterstützungspersonal in den auch als Legats bezeichneten Büros stationiert. Mit diesen decke man mehr als 180 Länder, Gebiete und Inseln ab. Das FBI war bereits in der Vergangenheit in Ecuador über das Regionalbüro in Bogotá aktiv.

Oppositionelle Kräfte sehen in der erneuten Kooperation eine Gefahr für die nationale Souveränität und befürchten eine Zunahme des US-Einflusses im Land. Sie verweisen darauf, dass dies im Widerspruch zum im November 2025 abgehaltenen Referendum steht. Damals lehnten die Ecuadorianer ausländische Militärbasen im Land ab (amerika21 berichtete). Aus ihrer Sicht soll durch gemeinsame Militäroperationen, die Teilnahme am "Shield of the Americas" (amerika21 berichtete) und nun die Eröffnung eines FBI-Büros erreicht werden, was die Wähler damals abgelehnt haben.

Allerdings von der Journalistin und Aktivistin Elena Rodríguez schrieb auf X, "Noboa, Pinto und Reimberg feiern die Ankunft des FBI als wichtigen Schritt im Kampf gegen den Drogenhandel; aber Lateinamerika hat diese Geschichte schon zu oft erlebt. […] Man versprach Sicherheit […] und hinterließ am Ende mehr Militarisierung, mehr Gewalt und weniger Souveränität".

Innenminister John Reimberg betonte bei der Vorstellung am Mittwoch, dass die Zusammenarbeit mit dem FBI strikt unter den Prinzipien der Souveränität und Nichteinmischung erfolgen werde. Angesichts der historischen Erfahrungen Lateinamerikas mit den USA und der aktuellen Politik der Regierung unter Donald Trump ist jedoch offen, ob sich dieses Versprechen in der Praxis bewahrheitet.