UNASUR will Global Player werden

Südamerikanisches Bündnis wählt neuen Vorsitz aus Kolumbien und Venezuela. Hilfe für Opfer der haitianischen Duvalier-Diktatur

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Podium während UNASUR-Gipfels
Podium während UNASUR-Gipfels in Quito

Quito. Überschattet von der Natur- und Atomkatastrophe in Japan hat sich in der südamerikanischen Hauptstadt Quito das Regionalbündnis UNASUR (Union Südamerikanischer Nationen) am Wochenende offiziell konstituiert. Die Vertreter der zwölf Mitgliedsstaaten sprachen der japanischen Regierung und den Opfern der Katastrophe ihr Mitleid aus und boten der asiatischen Nation Hilfe an.

Zugleich wählten die Vertreter der UNASUR-Mitgliedsstaaten eine Nachfolge des verstorbenen Generalsekretärs und argentinischen Ex-Präsidenten Néstor Kirchner. Die Leitung des Gremiums werden sich demnach Kolumbien und Venezuela im Jahrestakt abwechseln. Den Beginn macht die ehemalige kolumbianische Bildungs- und Außenministerin María Emma Mejía. Ihr folgt nach einem Jahr der amtierende venezolanische Energieminister Alí Rodríguez.

In Quito war die Gründungsakte der UNASUR offiziell ratifiziert worden. Zugleich wurde unweit der ecuadorianischen Hauptstadt der Bau des Sitzes der Organisation begonnen. In der Abschlusserklärung heißt es, man bekräftige das führende Prinzip der südamerikanischen Integration. Nur so könne soziale Gerechtigkeit mit Gleichheit, sozialem Einbezug, Solidarität und Kooperation erreicht werden. Die UNASUR strebe zugleich eine „Kultur des Friedens und den Respekt vor dem demokratischen System sowie den universellen Menschenrechten“ an.

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Venezuelas Präsident Hugo Chávez dränge bei der Konferenz darauf, dass das südamerikanische Bündnis ein eigenes völkerrechtliches Tribunal und eine eigene Menschenrechtskommission ins Leben ruft. Nur so könne die Gefahr gebannt werden, dass westliche Staaten die Menschenrechte als Vorwand für Angriffe gegen Südamerika benutzen, so Chávez weiter.

Unmittelbar nach der offiziellen Gründung beschlossen die anwesenden Regierungsvertreter erste konkrete Schritte. So soll den Opfern des ehemaligen haitianischen Diktators Jean Claude Duvalier juristischer Beistand bei Gerichtsverfahren gewährt werden. Duvalier war Mitte Januar nach Haiti zurückgekehrt.

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