UNHCR: Mehr Flüchtlinge in Kolumbien als im Irak

Weltflüchtlingstag: Hilfswerk UNHCR präsentiert Zahlen für 2010. Venezuela nimmt die meisten Flüchtlinge auf

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UNHCR-Projektion auf dem Kolosseum in Rom
Aktion zum Weltflüchtlingstag: UNHCR-Projektion auf dem Kolosseum in Rom

Genf. In Kolumbien existieren mehr Flüchlinge als im Irak. Zu diesem Ergebnis kam der Bericht "Global Trends 2010" der UN-Flüchtlingshilfsorganisation UNHCR, der am Montag anlässlich des internationalen Weltflüchtlingstages in Genf vorgestellt wurde. Dort gelten 3.672.478 Menschen als Binnenflüchtlinge, die vom UNHCR beschützt und betreut werden, mehr als das Doppelte so viele wie im Irak mit rund 1,8 Millionen Personen.

Vier von fünf Flüchtlingen weltweit leben in Entwicklungsländern. Diese Einschätzung ist die Hauptaussage des UNHCR-Berichts. "In der heutigen Welt existieren Besorgnis erregende Fehleinschätzungen über Flüchtlingsbewegungen und den Grundlagen für ihren internationalen Schutz", so António Guterres, Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen. Die größten Flüchtlingsbevölkerungen der Welt lebten 2010 in Pakistan (1,9 Mio.), Iran (1,1 Mio.) und Syrien (1 Mio.). In Lateinamerika ist Venezuela das Land, das mit 217.406 Flüchtlingen die meisten Vertriebenen aufnimmt, die Mehrheit aus dem Bürgerkriegsland Kolumbien.

"Ängste vor angeblichen Massenbewegungen von Flüchtlingen in die Industrieländer sind massiv übertrieben oder fälschlicherweise mit Fragen der Migration verknüpft. Währenddessen tragen die übrigen ärmeren Länder die Belastungen", warnt Guterres vor wachsenden Vorbehalten gegen Flüchtlinge in Industriestaaten und einer wirtschaftlichen Überlastung von Entwicklungsländern, die Flüchtling aus Nachbarländern aufnehmen.

Nach dem Ersten Weltkrieg ist der "Welttag der Migranten und Flüchtlinge"  erstmals 1914 von Papst Benedikt XV. mit dem Dekret "Ethnografica studia" ausgerufen worden. Seitdem wird er ein Mal im Jahr abgehalten. Nachdem die UN-Generalversammlung im Dezember 2000 den anstehenden 50. Jahrestag der Gründung des "Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen" (UNHCR) beging, gilt der 20. Juni international als Weltflüchtlingstag.


Von Benjamin Beutler erschien zuletzt das Buch "Das weiße Gold der Zukunft. Bolivien und das Lithium".

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