Libyen wirbt in Lateinamerika um Frieden

Delegation aus Tripolis nach Venezuela und Nicaragua in Kuba zu Gast. Weitere Besuche in Ecuador, Bolivien und Brasilien geplant

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Raúl Castro mit libyschem Unterhändler
Raúl Castro mit libyschem Unterhändler

Havanna. Libyen hat in den vergangenen Jahren im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Staaten des Südens die wirtschaftlichen und politischen Kontakte nach Lateinamerika und in die Karibik ausgebaut. Nun versucht die Führung in Tripolis, in der Region Unterstützung für eine politische Lösung des Konfliktes in dem nordafrikanischen Land zu mobilisieren. Nach Besuchen in Venezuela und Nicaragua traf eine Delegation am Donnerstag in der kubanischen Hauptstadt Havanna ein. 

Nach dem Treffen mit dem Sondergesandten des libyschen Staatschefs Muammar Al Gaddafi, Finanzminister Abdulhafid Zlitni, wies der kubanische Staats- und Regierungschef Raúl Castro "die militärische Aggression der NATO gegen Libyen" zurück. Er forderte außerdem die sofortige Einstellung der Angriffe, um den Weg für eine politische Lösung frei zu machen, hieß es in der staatlichen Tageszeitung Granma. Castro sprach sich insbesondere für ein Ende der Bombenangriffe auf zivile Ziele aus und erklärte nachdrücklich seine Unterstützung der Bemühungen der Afrikanischen Union für eine friedliche Lösung.

Der Sondergesandte aus Triplos hatte in Havanna zuvor eine Botschaft Gaddafis überbracht. Darin informiert dieser unter anderem über die „Bemühungen der libyschen Regierung gegen die Kampagne der internationalen Isolierung“ durch die an den Angriffen beteiligten NATO-Staaten. Die nationale Unabhängigkeit, territoriale Integrität, die Souveränität im Umgang mit den natürlichen Ressourcen und die Selbstbestimmung des libyschen Volkes müssten respektiert werden, so Gaddafi in dem Schreiben. Er sei auch zu einer politischen Lösung und zum Dialog mit oppositionellen Kräften bereit. Zuvor hatte bereits Nicaraguas Präsident Daniel Ortega erklärt, dass vor einem solchen Dialog und möglichen Wahlen zunächst die Bombenangriffe der NATO beendet werden und ein Waffenstillstand vereinbart werden müssten.

An den Gesprächen in Havanna nahmen auf libyscher Seite neben Zlitni der Sekretär des libyschen Außenministeriums, Ahmed Jarrud, und der Botschafter des nordafrikanischen Landes in Kuba, Ali Mohamed Ahmed Ajeilí, teil. Kuba war nach Venezuela und Nicaragua die dritte Station der libyschen Delegation. Besuche in Ecuador, Bolivien und Brasilien werden in den nächsten Tagen stattfinden.

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