Bolivien / Politik

UNO loben Boliviens effektive Drogenbekämpfung

UN-Büro sieht Fortschritte in der Bekämpfung der Drogenproduktion und des Drogenschmuggels. Forderungen der Weltorganisation übertroffen

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UN-Vetreter César Guedes
UN-Vetreter César Guedes bei der Präsentation eines Berichts zur Drogenbekämpfung in Bolivien 1961-2010

La Paz. Der Vertreter des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in Bolivien, César Guedes, hat die Errungenschaften der bolivianischen Regierung in der Bekämpfung des Drogenhandels sowie dessen Produktion gelobt. Am Dienstag vergangener Woche erklärte er gegenüber Medien, dass die UNODOC "bereits erste Erfolge im Kampf gegen den Drogenschmuggel" sehe, "seitdem die bolivianische Regierung jährlich 20 Millionen US-Dollar der Allgemeinen Schatzkammer der Nation (TGN) in die Bekämpfung des Drogenhandels und in die Rationalisierung des legalen Koka-Anbaus investiert hat". Besonders lobte Guedes das Vorgehen der Regierung gegen Drogenschmuggler in den Tropenregionen in Cochabamba.

Das Vize-Ministerium für soziale Verteidigung kündigte daraufhin letzte Woche an, bis Ende des Jahres etwa 12.700 Hektar Koka-Plantagen zu vernichten, die laut Polizeiangaben für die Kokainproduktion genutzt würden. Damit würde Bolivien internationale Forderungen wie die der UNO mehr als übertreffen, betonte das Ministerium. Bereits im Jahr 2010 seien 8.200 Hektar vernichtet worden, dies entspräche 3.000 Hekatar mehr, als von dem bolivianischen Gesetz 1008 und der UN gefordert wurden. Der Verteidigungsminister erklärte außerdem, dass die Bekämpfungsbemühungen des Drogenanbaus sowie Drogenschmuggels seit der Ausweisung der US-Antidrogenbehörde (DEA) weitaus effektiver verliefen. Ende 2008 hatte die bolivianische Regierung unter Präsident Evo Morales die DEA des Landes verwiesen, und ihr massive Einmischung in innere Angelegenheiten
vorgeworfen. Die aktuelle Einschätzung der UNO beruhigt internationale Befürchtungen, nach denen sich Bolivien mit dieser Entscheidung zum Drogenschmuggler-Paradies wandeln könnte.

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In einem gestern vorgestellten Jahresbericht der UNODC bescheinigte diese Bolivien desweiteren die niedrigste Wachstumsrate für Koka-Plantagen seit
fünf Jahren. "Ich freue mich zu berichten, dass das im Jahr 2010 verzeichnete Wachstum um 31.000 Hektar eine nahezu Null-Wachstumrate von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet", sagte César Guedes bei der Vorstellung des Berichts. Der Anbau des Koka-Blattes sank in der Andenregion (Kolumbien, Peru, Bolivien) in diesem Jahr um sechs Prozent. In dieser Ländergruppe ist Bolivien nach wie vor der kleinste Produzent der Koka-Pflanze. Der Großteil der Plantagen wird für legale Zwecke wie Arzneimittel, Teesorten und traditionelle sowie kulturelle Verwendungen angebaut.

Der gestern vorgestellte Bericht der UNODC reiht sich in eine Liste positiver Einschätzungen der aktuellen bolivianischen Regierungsarbeit durch die UN ein. Bereits im April lobte die UNO die Verbesserung der Menschenrechtslage in Bolivien, im Juli wurde Bolivien durch die UNO sogar zum internationalen Vorbild bei der Korruptionsbekämpfung erklärt.

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