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29.08.2007 Kolumbien / Venezuela

Chávez bereitet sich auf Besuch in Kolumbien vor

Wichtigstes Thema ist humanitärer Gefangenenaustausch zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-Guerrilla

Der venezolanische Präsident Hugo Chávez wird sich am kommenden Freitag mit seinem kolumbianischen Amtskollegen Álvaro Uribe im Rahmen eines zweitägigen Besuchs in Kolumbien treffen. Laut einem Sprecher des Außenministeriums verfolge er mit diesem Besuch vor allem die Absicht, in dem innenpolitischen Konflikt zwischen den "Revolutionären Streitkräften Kolumbiens" (FARC) und der kolumbianischen Regierung zu vermitteln. Die kolumbianische Regierung hat erstmalig die Einbeziehung von Venezuela in den Konflikt akzeptiert.

Die FARC hat 45 Geiseln in ihrer Gewalt, darunter die ehemalige kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt. Die FARC wäre bereit, diese gegen 500 Guerrilleros in den kolumbianischen Gefängnissen auszutauschen. Chávez bietet an, die bislang erfolglosen Bemühungen um eine Einigung als neutraler Beobachter und Vermittler zu unterstützen. Venezuela könnte als neutraler Ort für die Verhandlungen dienen, und gegebenenfalls könnten dort auch die Gefangenen ausgetauscht werden.

In der vorigen Woche hatte sich der Präsident bereits mit Familien von kolumbianischen Geiseln der FARC getroffen und die Hoffnung geäußert, dass der humanitäre Austausch bald stattfinden könnte. Dabei hatte er sogar angekündigt, als Teil eines Abkommens die kolumbianischen Paramilitärs freizulassen, die 2004 in Venezuela in einer Farm außerhalb von Caracas festgenommen worden waren, wo sie sich für einen Umsturzversuch gegen die venezolanische Regierung vorbereitet hatten.

Die FARC äußerte sich über ihren Sprecher Raúl Reyes positiv über die Initiative des venezolanischen Präsidenten. Sie bezweifelt allerdings den Willen der Regierung Uribe, tatsächlich zu einer Lösung zu kommen. Eine Gefangenenübergabe in Venezuela schloß Reyes jedoch aus: "Wir haben kein Problem damit, an jedem Ort den Dialog zu führen, aber die Übergabe der Gefangenen muß in Kolumbien sein". Die FARC fordert den Abzug des kolumbianischen Militärs aus den Bezirken Pradera und Florida in Valle del Cauca als Voraussetzung, um dort den Austausch vorzunehmen. Reyes appellierte an Chávez, sich für diese Lösung stark zu machen.

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21.08.2007 Nachricht von Maxim Graubner