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Kuba und Venezuela vertiefen ihre Beziehungen

14 bilaterale Abkommen geschlossen. Chávez schlägt Staatenbündnis zwischen Kuba und Venezuela vor.

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Kuba und Venezuela vertiefen ihre Beziehungen
Chávez setzt seinen Hugo unter 14 neue Abkommen

Havanna. Am vergangenen Montag trafen sich Raúl Castro und Hugo Chávez in Havanna, um über gemeinsame Projekte im Rahmen der Bolivarischen Alternative für Amerika (ALBA) zu beraten. Zum Jahresende soll eine Raffinerie an der kubanischen Südküste in Betrieb gehen, die zunächst 65.000 Barrel Öl täglich verarbeiten wird. Dazu wird ein alte sowjetische Anlage, die nach dem Ende der Sowjetunion ihren Geist aufgegeben hatte, mit einem Anschub-Investition von 236 Millionen Dollar modernisiert und erweitert. Insgesamt wurden 14 bilaterale Abkommen unterzeichnet, beispielsweise über die Öl-Exploration in Kuba und im Golf von Mexiko, über ein optisches Unterwasser-Kabel zur Verbesserung der Kommunikationsverbindung der beiden Länder, über den Bau einer petrochemischen Anlage, über Zementproduktion und über die Herstellung von Fischerbooten.

Chávez will auch gemeinsame "aggressive" Pläne in Gang setzen, die Agrarproduktion in den beiden Ländern zu erhöhen, um eine Selbstversorgung mit Lebensmitteln zu erreichen. Die Landwirtschaft sei vordringlich zu entwickeln, denn die Abhängigkeit von Lebensmittelimporten müsse gebrochen werden.

Castro zeigte sich sehr zufrieden mit der Weiterentwicklung der Allianz der beiden Länder und mit den erreichten Abkommen. Der Handel zwischen den beiden Ländern habe kontinuierlich zugenommen, mit einer Tendenz zur Diversifizierung und Zusammenarbeit. Mittlerweile gebe es 352 gemeinsame Projekte in 28 verschiedenen Bereichen der ökonomischen und sozialen Entwicklung. Wichtig sei auch, dass derartige Projekte mit dem Eintritt von Bolivien und Nikaragua in die ALBA nun auch in andere Länder der Region hinauswachsen.

Bemerkenswert ist der Vorschlag des venezolanischen Präsidenten, für die Zukunft eine Konföderation der beiden Staaten anzustreben. Nach dem gleichen Muster wie bei der Gründung der ALBA, der später Bolivien und Nikaragua beigetreten sind, könnten Kuba und Venezuela nun auch zunächst bilateral zu einem engeren Bündnis zusammen kommen. "Wir sollten jetzt nach vorne schauen. Kuba und Venezuela können sehr gut in naher Zukunft eine Konföderation gründen, zwei Länder in einem", erklärte Chávez.

"Wir streben ein Bündnis der bolivarischen Nationen an", sagte er mit Bezug auf den Anführer der südamerikanischen Unabhängigkeitskämpfe Simon Bolívar, der im 19. Jahrhundert die Vereinigung der Länder der Region vorgeschlagen hatte. "Wir werden die ALBA-Länder in ein Bündnis überführen und unsere Völker vereinigen. Wir werden sie in eine regionale Macht transformieren".


Zusammengestellt auf Basis einer Meldung von venezuelaanalysis.com

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