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13.08.2008 Venezuela

Höhere Lebensmittelpreise in Venezuela

Die venezolanische Regierung hat die Preisbindung für einige Lebensmittel aufgehoben und die Preise für Grundnahrungsmittel erhöht

Caracas. Seit dem 11. August gelten in Venezuela neue Preise für Lebensmittel. Die Regierung von Präsident Hugo Chávez hat beschlossen, die Preisbindung für eine bestimmte Gruppe von Nahrungsmitteln aufzuheben beziehungsweise anzupassen. Mit dieser Maßnahme möchte die Exekutive Vorsorgungsengpässe vermeiden, indem sie die einheimische Produktion fördert und den Import aufrecht erhält, der sich durch die weltweite Erhöhung der Lebensmittelpreise verteuert hat. Gleichzeitig will sie gerechte Preise für die Bevölkerungsmehrheit garantieren. Die Regierung behält sich das Recht vor, einzugreifen, falls die Preise bei jenen Nahrungsmitteln außer Kontrolle geraten, die nicht mehr der Preisbindung unterliegen. Das entsprechende Dekret wurde am 11. August im aktuellen Generalanzeiger, der Gaceta Oficial Nr. 38991, veröffentlicht.

Von der Preiskontrolle entbunden wurden Schweinekeule, Kasseler, Mortadella, frischer wie auch in Dosen verpackter Thunfisch, Hafer und Salz. Laut Regierungsangaben soll sich zum Beispiel der Preis für die Schweinekeule zwischen 12,87 Bolívares Fuertes (Bs.F) und 15,73 Bs.F bewegen, der für Thunfisch in der Dose soll zwischen 2,70 Bs.F und 3,70 Bs.F liegen.

Angepasst wurden die Preise für Fleisch, Majonäse , Tomatensoße, Speiseöl, Brot und Pasta. Die Preise für Rindfleisch stiegen von 3,99 Bs.F auf 5,50 Bs.F; das Schweinekotelett verteuerte sich von 15,84 Bs.F auf 16 Bs.F, das Schweinerippchen von 13,60 Bs.F auf 14 Bs.F. Die normale Majonäse kostet jetzt nicht mehr 2,64 Bs.F, sondern 4 Bs.F. Der Preis für die Margarine kletterte von 2,04 Bs.F auf 2,76 Bs.F, und für die Tomatensoße muss ab sofort mehr als das Doppelte bezahlt werden: 2,52 Bs.F. Das Maisöl verteuerte sich von 3,93 Bs.F auf 6,76 Bs.F. Einen vergleichbaren Preissprung sieht man beim Sonnenblumenöl, das nicht mehr 3,71 Bs.F sondern 6,28 Bs.F kostet.

Die Brotpreise stiegen beim gesalzenen Weizenbrot von 2,99 Bs.F auf 4,45 Bs.F und beim Sandwich von 5,36 Bs.F auf 7,98 Bs.F. Die Teigwaren, die mit Weizen hergestellt werden, verteuern sich von 2,75 Bs.F auf 3,39 Bs.F.

Viele dieser Preise waren in den letzten zwei bis fünf Jahren konstant geblieben. Die Regierung Chávez versprach der Bevölkerung, weiter auf das Ziel der Selbstversorgung hin zu arbeiten. Seit Mai 2007 liegt der staatliche Mindestlohn bei 614,79 Bs.F. (ca. 192 Euro). Außerdem erhalten Arbeiternehmer im öffentlichen Sektor pro Monat Lebenmittelgutscheine im Wert von 450 Bs.F. (140 Euro).

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