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30.06.2008 Russland / Venezuela

Achse Moskau-Caracas rotiert

Premierminister Wladimir Putin erwartet Ausbau der Beziehungen zwischen Russland und Venezuela

Moskau. Die Regierungen in Venezuela und Russland bereiten die Vertiefung ihrer politischen und ökonomischen Beziehungen vor. Dazu dient der anstehende Besuch des venezolanischen Staatspräsidenten Hugo Chávez in Moskau. Um die Reise vorzubereiten, hat sich Venezuelas Vizepräsident Ramón Carrizales in der russischen Hauptstadt aufgehalten. Dort traf er mit dem russischen Premierminister Wladimir Putin zusammen.

Der ehemalige russische Staatschef unterstrich bei einer Pressekonferenz, dass die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern noch ausbaufähig seien. "Einige Unternehmen in Venezuela wurden von russischen Investoren gekauft. Unsere Großunternehmen, wie Gazprom, Lukoil und die Russische Eisenbahnen AG, haben Interesse an Venezuela", sagte er, wie die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti berichtet. Darüber hinaus seien weitere Projekte für den Bahn- und Luftverkehr geplant, führte Putin fort. Die Russen wollen sich in erster Linie im Energiesektor und in der Industrie engagieren. 2007 verdoppelte sich der Warenumsatz zwischen Russland und Venezuela im Vergleich zum Vorjahr auf 1,1 Milliarden US-Dollar. Die Zusammenarbeit in der Militärtechnik bezeichnete der russische Regierungschef als "positiv". Russlands Vizepremier Alexander Shukow nannte Venezuela als den "wichtigsten Partner Moskaus in Lateinamerika".

Venezuela baut seit einigen Jahren die Kooperation mit Russland kontinuierlich aus, um sich industriell und militärisch weiter von den jahrzehntelangen Abhängigkeit von den USA zu lösen. Neben gemeinsamen Industrieprojekten modernisiert Caracas seine Streitkräfte mit russischen Waffensystemen. Zur Zeit werden die ersten der 40 hochmodernen Kampfjets Sukhoi ausgeliefert, die Venezuela vor zwei Jahren geordert hat. Kürzlich kaufte das südamerikanische Land sechs U-Boote "made in Russia", um seine Küsten vor der übermächtigen US Navy zu schützen. Als nächstes werden die Regierungen in Caracas und Moskau ein Abkommen über den gegenseitigen Investitionsschutz und die die Aufhebung der Anti-Dumping-Restriktionen gegen russische Walzguthersteller beraten.

Auf internationaler Ebene gehört die Achse Moskau-Caracas zu den tragendsten Elementen der venezolanischen Geopolitik, deren Aufgabe es ist, die Bolivarianische Revolution gegen Angriffe aus dem Norden zu schützen.

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