Honduras

Chaos in Tegucigalpa

Nach Putsch: Soziale Organisationen haben unbefristeten Generalstreik gegen die Junta ausgerufen. Militär droht mit Gewalt

chaos-267345382-honduras_0.jpg

Chaos in Tegucigalpa
Drohend: Putschistentruppen in Honduras

Tegucigalpa/Managua. Am Tag nach dem Militärputsch gegen den gewählten Präsidenten von Honduras, Manuel Zelaya, kommt das Land nicht zur Ruhe. Nicht nur in der Hauptstadt Tegucigalpa, sondern in 37 weiteren Städten des mittelamerikanischen Staates haben am Montag zehntausende Menschen gegen die zivil-militärische Junta unter Leitung von General Romeo Vásquez Velásquez und dem Zelaya-Gegner Roberto Micheletti protestiert. Gewerkschaften und soziale Organisationen haben einen unbefristeten Generalstreik ausgerufen.

Am Montagnachmittag (Ortszeit) drohten die putschistischen Truppen, gegen die Demonstranten vorzugehen, wie die venezolanische Nachrichtenagentur ABN berichtete.

Anhänger des Präsidenten aus der Liberalen Partei und aus der linksgerichteten Partei der Demokratischen Vereinigung (PUD) beklagten eine zunehmende Repression der Armee. Der PUD-Abgeordnete Tomas Andino Mencias beklagte zudem, dass Abgeordneten, die als Gegner der Junta bekannt sind, der Zutritt zum Kongress verweigert wurde. Mehrere Dutzend Gegner der Junta wurden inzwischen verhaftet. Nach Berichten von Nachrichtenagenturen besteht Haftbefehl gegen 30 hochrangige Politiker und soziale Aktivisten.

Da geht noch was!

Bisher können sich von den täglich rund 6.200 Besucher:innen nur 248 zu einer Spende entschließen.

Sollten Sie zu den übrigen 5.952 gehören, spenden Sie jetzt!

Damit alle Inhalte von amerika21.de weiterhin für Alle kostenlos verfügbar sind.

Ihr Amerika21-Team

International trifft der Staatsstreich auch weiterhin auf harte Kritik. Auch der US-amerikanische Präsident Barack Obama verurteilte den Putsch und zeigte sich "tief besorgt". Allerdings wandte sich der US-Präsident in einer Stellungnahme auch gegen die "äußere Einmischung" in Honduras - ein klares Signal gegen Venezuela und die Mitgliedsstaaten der Bolivarischen Allianz für Amerika (ALBA).

Zelaya war in der Nach zum Montag in Managua mit den Präsidenten der ALBA-Staaten Nicaragua, Venezuela und Ecuador zusammengekommen. Die drei Staatschefs hatten den gewählten Präsidenten uneingeschränkt unterstützt. Die ALBA will nun weitere Schritte gegen die zivil-militärische Junta in Honduras prüfen.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr