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10.02.2010 Haiti / Südamerika

UNASUR beschließt Hilfsfonds von 100 Millionen für Haiti

Süd-Süd Kooperation als Zukunftsmodell. Hilfe für öffentliche Infrastrukturen nach dem Erdbeben
UNASUR beschließt Hilfsfonds von 100 Millionen für Haiti

Rafael Correa bei der Eröffnung des UNASUR-Gipfels

Quito. In Ecuador fand am vergangenen Dienstag ein außerordentliches Treffen des Bündnisses UNASUR statt, um sich über die Hilfe für Haiti zu beraten. Einstimmig beschlossen die teilnehmenden Regierungsvertreter einen Fonds von 100 Millionen Dollar für kurz- und langfristige Unterstützung zur Verfügung zu stellen. Haitis Präsident René Preval bezeichnete die Versammlung des UNASUR als beispielhaft für die Bereitschaft von Ländern des Südens, für eine Süd-Süd-Kooperation einzutreten und sich gegenseitig zu unterstützen. Auch Ricardo Patino, der neue Außenminister des Gastgebers Ecuador, sah die Bedeutung des Treffens als einen weiteren bedeutenden Schritt bei der Süd-Süd- Kooperation.

In einer Abschlusserklärung erläuterten die 16 teilnehmenden Staaten die angestrebten Ziele und Maßnahmen der Haiti-Hilfe. Unterstützt werden vor allem die Sektoren Gesundheit, Landwirtschaft, Energie und Bildung. René Preval hatte insbesondere eine kurzfristige Akuthilfe erbeten, die neben den mittel- und langfristig geplanten Projekten besonders wichtig sei. Im Gesundheitssektor soll die kubanische Regierung die Koordination übernehmen. Ärzte aus Kuba sind schon seit 13 Jahren in Haiti tätig. Die Anzahl der kubanischen Ärzte soll in der nächsten Zeit auf 2000 erhöht werden. Darunter sind auch Ärzte aus Haiti und den USA, die auf der Internationalen Medizinischen Hochschule in Kuba ausgebildet wurden.

Der UNASUR strebt eine dezentrale Struktur der Entwicklungshilfe an, damit auch den armen Gegenden außerhalb der Hauptstadt eine zukunftsfähige Entwicklung ermöglicht wird. Für Brasilien war besonders wichtig, dass die haitianische Regierung die Kontrolle über die Hilfsmaßnahmen für den Wiederaufbau hat. Neben finanziellen Mitteln und Material sollen Ingenieure und andere Fachleute gemeinsam mit Haitianern am Wiederaufbau des Landes arbeiten. Das Treffen der UNASUR ist ein weiteres Zeichen für die voranschreitende Integration Lateinamerikas, auch über ideologische Grenzen hinweg. An dem Hilfspaket beteiligen sich sowohl Länder wie Kolumbien und Peru als auch Venezuela, Ecuador und Brasilien.


Bildquelle: ABN

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