Sozialforum in Klausur

Das Weltsozialforum zieht Bilanz seiner Arbeit und debattiert neue Herausforderungen an die globale Bewegung

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Sozialforum in Klausur
Blickt in die Zukunft: Weltsozialforum

Porto Alegre. Im brasilianischen Porto Alegre kommen vom heutigen Montag an Vertreter sozialer Bewegungen, Aktivisten weltumspannender Netzwerke, der Zivilgesellschaft und Intellektuelle zusammen, um ihre Arbeit zu bilanzieren. Das Treffen trägt den Titel "Zehn Jahre danach - Herausforderungen und Alternativen für eine andere Welt". Noch bis zum Freitag sollen die Entwicklung des Forums und seine Perspektiven diskutiert werden.

Dabei stehen sowohl die Ursachenanalyse der Krise des kapitalistischen Systems als auch die drängendsten Menschheitsfragen auf der Tagesordnung: Die veränderte Lage in der Welt, die neuen Herausforderungen und das Auftreten neuer Akteure auf der politischen Bühne erfordern neue Antworten und Konzepte. Wenn es zur Zeit des Entstehens des Weltsozialforums 2001 um den Kampf gegen den Neoliberalismus und die Mobilisierung gegen Krieg und Militarismus ging, so hat die Forumsbewegung gegenwärtig andere Herausforderungen zu bestehen. Der gescheiterte UNO-Klimagipfel in Kopenhagen hat demonstriert, welche Probleme die Bewegung bewältigen muss. Eine breite Koalition sozialer Bewegungen und die "Bolivarische Allianz der Völker Lateinamerikas" (ALBA) benennen sowohl Ursachen wie Auswege. Deutlich benannt wurde der Kapitalismus als Grund für Umweltzerstörung und Klimaerwärmung. Seit Kopenhagen wird daher die Forderung nach "Klimagerechtigkeit" erhoben.

Porto Alegre leitet mit diesem Seminar und zahlreichen weiteren Veranstaltungen im Großraum der Stadt ein entscheidendes Jahr in der Mobilisierung der Forumsbewegung ein. In den kommenden zwölf Monaten werden mehr als 25 Veranstaltungen regionalen, nationalen und kontinentalen Charakters stattfinden, unter anderem das Europäische Sozialforum in Istanbul, bei dem Anfang Juli das kommende Weltsozialforum 2011 in Dakar (Senegal) vorbereitet wird.

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Ungeachtet der Konsolidierung und bedeutender Erfolge, die die Bewegung in den vergangenen zehn Jahren erreicht hat, steht die Frage, wie noch mehr Akteure und Bewegungen in gemeinsame weltweite Aktionen einbezogen und grundsätzliche Veränderungen herbeigeführt werden können.


Bildquelle: forumsocialmundial.org.br

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