Honduras

Zelaya geht - und verspricht Rückkehr

Letzter gewählter Präsident von Honduras geht ins Exil in die Dominikanische Republik. ALBA-Bündnis erwägt Ernennung zum Sekretär

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Zelaya geht - und verspricht Rückkehr
Zelaya und Fernández in Santo Domingo

Tegucigalpa. Der letzte demokratisch gewählte Präsident von Honduras, Manuel Zelaya, hat das mittelamerikanische Land am Mittwoch verlassen. Kurz nach der Machtübergabe des Putschregimes an den konservativen Unternehmer Porfirio Lobo verließ der Ende Juni vergangenen Jahres gestürzte Präsident die Botschaft Brasiliens in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa. In der Vertretung hatte er seit Mitte September unter schwerer militärischer Belagerung ausgeharrt.

Zuvor hatte Zelaya eine ihm angebotene Amnestie abgelehnt. Er habe sich nicht vorzuwerfen, sagte der Politiker der liberalen Partei. Die regimenahe Justiz hatte ihm angebliche Rechtsverstöße zur Last gelegt. "Wir werden zurückkehren", rief Zelaya tausenden Anhängern zu, die sich vor dem Flughafen von Tegucigalpa versammelt hatten. Der Politiker flog in Begleitung von Mitarbeitern und Familienangehörigen in die Dominikanische Republik aus.

Mit ihm flog auch der Präsident der Dominikanischen Republik, Leonel Fernández, der die Ausreise verhandelt hatte. Nach Angaben der kubanischen Nachrichtenagentur Prensa Latina kritisierten Zelaya und Fernández auf einer Pressekonferenz in Santo Domingo die Unfähigkeit der Organisation Amerikanischer Staaten, etwas gegen den Putsch in Honduras zu unternehmen.

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Auf Anfrage von Journalisten wollte sich Zelaya nicht zu seiner politischen Zukunft äußern. Möglich ist, dass ihm der Posten eines ständigen Sekretärs des anti-neoliberal ausgerichteten Staatenbündnisses ALBA (Bolivarische Allianz für Amerika) abgetragen werden soll. Das schlug in Venezuela der Abgeordnete der Partei PPT, Wilmer Iglesias, vor. Zelaya hatte Honduras im August 2008 in diese Allianz eingegliedert, die Putschisten hatten den Austritt erklärt. Nach unbestätigten Berichten sollen Entwicklungsprojekte zwischen der ALBA und Honduras weiterhin auch ohne die Zustimmung der Zentralregierung mit lokalen und regionalen Politikern realisiert werden.

Die Demokratiebewegung in Honduras stellt sich indes auf eine langfristige Auseinandersetzung mit den Putschisten ein, zu denen sie auch die nun vereidigte Lobo-Führung zählt. Man bekräftige den Entschluss, "das Regime von Porfirio Lobo nicht anzuerkennen", heißt es in einem Kommuniqué. In dem Dokument von Dienstag wurde die Zusammenarbeit einzelner Politiker der Linkspartei Demokratische Vereinigung mit der neuen Führung scharf verurteilt.


Bildquelle: presidencia.gob.do

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