Kuba

Kuba will Importe verringern

Bauernverband ANAP diskutierte in Havanna Steigerung der Produktion eigener Nahrungsmittel

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Kuba will Importe verringern
Soll effektiver werden: Kubanische Landwirtschaft

Havanna. Unter dem Motto "Eigenproduktion statt Importabhängigkeit" fand am vergangenen Wochenende unter großer Beachtung der kubanischen Medien der zehnte Kongress der Vereinigung für Kleinbauern (Asociación Nacional de Agricultores Pequeños - ANAP) in Havanna statt. Bei der zweitätigen Beratung im Westen der Hauptstadt nahmen mehr als 1000 Delegierte aus allen 14 Provinzen teil, um über die aktuellen Probleme und Herausforderungen, vor denen die kubanische Landwirtschaft steht, zu diskutieren.

Im Vordergrund der Debatten stand dabei die Frage, wie es künftig besser gelingen kann, die bisherige Importabhängigkeit von Ausland zu verringern und dem Land durch verstärkte Eigenproduktion im landwirtschaftlichen Sektor Einsparungen von Devisen in Millionenhöhe zu bescheren. Hintergrund dabei ist die Tatsache, dass das karibische Land trotz intensivierter Bemühungen nach wie vor bis zu 80 Prozent seiner benötigen Nahrungsmittel aus dem Ausland importieren muss und somit dem Staatshaushalt große Summen für dringend benötigte Investitionen in anderen Sektoren nicht zur Verfügung stehen.

Eine besondere Rolle spielen bei der Lösung dieser Problematik vor allem die privaten Kleinbauern und unabhängigen Produktionsgenossenschaften (UBPC), die jetzt schon mit 40 Prozent des fruchtbaren Landes mehr als 70 Prozent der landwirtschaftlichen Erzeugnisse herstellen und im Vergleich mit den großen Staatsbetrieben weit effizienter und produktiver arbeiten.

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Da aber nach wie vor die Landwirtschaft eine Achillesferse der kubanischen Wirtschaft darstellt und die Lebensmittelproduktion nach den Worten des kubanischen Staatschefs Raúl Castro "eine Frage der nationalen Sicherheit" ist, beschlossen die Delegierten des ANAP-Kongresses weitere Maßnahmen einzuleiten, um die Produktion zu steigern.

Eine Schlüsselrolle soll dabei vor allem der Jugend zukommen, die für die Arbeit auf dem Land stärker motiviert und besser ausgebildet werden soll. Auch soll durch politische und ideologische Kampagnen das Bewusstsein der privaten Kleinbauern für die Revolution gestärkt werden, um möglichen Tendenzen einer ausschließlich auf Profit ausgerichteten Produktion und Distribution vorzubeugen.


Bildquelle: cubadebate.cu

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