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Venezuelas Gold in US-Lagern: Mögliche Verbindungen zur Kriminalität

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Nach der Entführung von Nicolás Maduro begann die Trump-Regierung Gold aus Venezuela in die USA zu holen
Nach der Entführung von Nicolás Maduro begann die Trump-Regierung Gold aus Venezuela in die USA zu holen

Caracas/Washington. Durch die Trump-Regierung importiertes Gold im Wert von Hunderten Millionen US-Dollar steckt in US-Lagern fest. Die Raffinerien weigern sich, es zu verarbeiten, weil sie nicht mit Sicherheit bestätigen können, dass das Gold nicht mit kriminellen Gruppen, Korruption oder Umweltzerstörung in Verbindung steht, so eine Recherche von The New York Times (NYT).

Nach der Entführung von Nicolás Maduro weitete die US-Regierung ihre Kontrolle über Venezuelas Rohstoffexporte aus. Neben Erdöl geriet dabei auch das Gold des Landes in den Fokus. Wenige Tage nach der Entführung schlug der niederländische Rohstoffhändler Trafigura der US-Regierung vor, neben dem venezolanischen Öl auch Gold zu vermarkten. Nach Darstellung des Weißen Hauses sollte dadurch ein legaler und kontrollierter Handel mit venezolanischem Gold ermöglicht werden.

Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez stand laut der NYT den Vorschlägen skeptisch gegenüber. Sie stimmte jedoch schließlich einer Zusammenarbeit zwischen Trafigura und Venezuelas staatlichem Goldproduzenten Minerven zu. Diese Vereinbarung gewährte Trafigura für ein Jahr das Recht, Gold aus bestimmten Industrieminen des Landes zu kaufen und zu exportieren. Die Einnahmen sollten auf ein vom US-Finanzministerium kontrolliertes Konto fließen.

Die Herkunft des Goldes ist jedoch teilweise schwer nachzuverfolgen. In der Region El Callao arbeiten neben den staatlichen Minen von Minerven zahlreiche informelle Bergbaukooperativen, sogenannte "Brigadas". Recherchen der NYT zufolge zahlen einige von ihnen Schutzgeld an die kriminelle Gruppe "Tren de Guayana". Der Leiter einer Brigade erklärte gegenüber der NYT, dass monatlich 20 Prozent der Goldproduktion seiner Gruppe an die Bande gingen. Einen weiteren Teil liefert die Brigade an Minerven. Dort wird es zusammen mit dem Gold eingeschmolzen, das an Trafigura verkauft wird. Dadurch kann Gold aus informellen Minen in die Lieferkette von Trafigura gelangen.

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Von der NYT eingesehene Gehaltsabrechnungen zeigen zudem, dass Minerven nur einen Bruchteil des an Trafigura verkauften Goldes als Produktion ausweist. Beschäftigte des venezolanischen Staatskonzerns erklärten gegenüber der Zeitung, dass dadurch ihre Löhne sinken, da diese an die Produktionsmenge gekoppelt sind. Laut Trafigura gibt es keine Hinweise auf Menschenrechtsverletzungen, Konfliktfinanzierung, Erpressung oder die Beteiligung illegaler Akteure.

Bereits 2019 hatte die Trump-Regierung Minerven sanktioniert. Sie warf dem Unternehmen unter anderem vor, mit dem illegalen Goldhandel des Maduro-Regimes, der Umweltzerstörung und kriminellen Organisationen verbunden zu sein.

Das seit März in die USA gebrachte Gold bleibt damit vorerst in den Lagern der Raffinerien liegen. Bevor es verarbeitet und weiterverkauft werden kann, muss die Herkunft des Goldes ausreichend überprüft werden.