Die US-Regierung hat einem Bericht der New York Times zufolge ihre monatelang erhobene Behauptung zurückgezogen, Venezuelas Präsident Nicolás Maduro stehe an der Spitze eines real existierenden Drogenkartells namens "Cartel de los Soles". Das US-Justizministerium räumte in einer überarbeiteten Anklageschrift ein, dass es sich dabei nicht um eine Organisation, sondern um einen informellen Begriff für ein System von Korruption und Patronage innerhalb staatlicher und militärischer Eliten handle. Zuvor hatten die Trump-Regierung und mehrere Ministerien den Begriff dennoch als Kartell dargestellt und dieses offiziell als Terrororganisation gelistet. Dies wurde als Rechtfertigung für die gewaltsame Entführung des venezolanischen Präsidenten genutzt.
Fachleute betonen seit Jahren, dass "Cartel de los Soles" ein journalistischer Sammelbegriff aus den 1990er-Jahren sei und nie als eigenständige kriminelle Struktur existiert habe (amerika21 berichtete). Dennoch halten führende US-Politiker öffentlich weiter an der Kartell-Erzählung fest.

