Venezuela / Politik

Chávez richtet Brief an Südamerika-Afrika-Gipfel

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Teilnehmenden Staats-und Regierungschefs und Vizepräsidenten
Teilnehmenden Staats-und Regierungschefs und Vizepräsidenten

Malabo/Caracas. Venezuelas Außenminister Elías Jaua hat anlässlich des III. Gipfels der südamerikanischen und afrikanischen Staaten (ASA) in Äquatorialguinea einen Brief von Präsident Hugo Chávez überbracht. In der Botschaft, die auf der Vollversammlung der 67 Staaten von Jaua verlesen wurde, bedauerte der venezolanische Mandatsträger, aufgrund seiner Krankheit nicht am Gipfel teilnehmen zu können. Chávez rief zugleich die historischen und kulturellen Bande in Erinnerung, welche die Völker Afrikas und Südamerikas verbinden. Zudem betonte er die Bedeutung der Kooperation zwischen den Staaten der südlichen Hemisphäre.

"Wenn auch Lateinamerika und Afrika eine Vergangenheit der Unterdrückung und Sklaverei teilen, so können wir heute sagen, dass uns in der Gegenwart ein bedingungsloser Kampf für die Freiheit und endgültige Unabhängigkeit unserer Nationen vereint", schrieb Chávez. Es gehe heute darum, "unsere Völker aus dem Labyrinth zu führen, in das sie durch den Kolonialismus und den neoliberalen Kapitalismus geraten sind", so der venezolanische Präsident.

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Die ersten beiden ASA-Gipfel hatten 2006 in Abuya (Nigeria) und 2009 in Margarita (Venezuela) stattgefunden. Dabei wurden multilaterale Arbeitsgruppen zu Themen wie Landwirtschaft, Bildung, Sicherheitszusammenarbeit, Wissenschaft und wirtschaftliche Kooperation geschaffen. In der 2009 verabschiedeten "Erklärung von Nueva Esparta" bekundeten die 61 teilnehmenden Staaten zudem ihre Absicht, die Süd-Süd-Kooperation zwischen den beiden Kontinenten weiter zu vertiefen.

Präsident Chávez bekräftigte in seiner Stellungnahme zum III. Gipfel den Willen seines Landes, die diesbezüglichen Bemühungen zu verstärken. Gleichzeitig beklagte er mit Bezug auf die jüngsten europäischen Interventionen in verschiedenen afrikanischen Staaten die "imperialistischen Invasionen und Bombardements", welche den Einigungsprozess der afrikanischen Länder gebremst und die Allianz mit dem südamerikanischen Kontinent geschwächt hätten. Chávez verurteilte jede "neokoloniale Einmischung" seitens der NATO und sprach sich für einen Weg der friedlichen, politischen Konfliktlösung unter Wahrung der Souveränität der Nationalstaaten aus. Seinen Brief beendete der venezolanische Präsident mit dem erneuten Aufruf zur Einheit der Völker Afrikas und Lateinamerikas im Kampf für die "definitive Unabhängigkeit".

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