Bauernbewegung: OPEC soll zum Kampf gegen Armut beitragen

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João Pedro Stédile, einer der Anführer der Landlosenbewegung Brasiliens (MST)
João Pedro Stédile, einer der Anführer der Landlosenbewegung Brasiliens (MST)

Brasilia. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro soll bei der OPEC eine Besteuerung der Erdölgeschäfte in die Wege leiten. Dies forderte João Pedro Stédile, Vorstandsmitglied der Landlosenbewegung Brasiliens (MST) im Namen der Internationalen Bauernbewegung (MCI) bei Maduros Besuch in Brasilien. Mit den Geldern solle ein internationaler Fonds für den Kampf gegen die Armut und den Hunger in der Welt geschaffen werden.

Maduro versprach, den Vorschlag bei der OPEC einzureichen. "Diese Organisation ist ein vielseitiger Organismus, der sehr effektiv war bei der Verteidigung der Märkte und der Preise, aber im Sozialen wurde er kaum genutzt." Seine Regierung werde sich für den Vorschlag einsetzen.

Bei seiner Ansprache während der Veranstaltung mit Präsident Maduro an der nationalen Universität in Brasília rief Stédile außerdem dazu auf, die Organisierung der Bevölkerung zu verstärken, um Fortschritte in Lateinamerika zu erreichen. Der frühere Präsident Venezuelas, Hugo Chávez, habe "gelehrt, dass die Veränderungsprozesse nur voran gehen, wenn es uns gelingt, die Völker in unseren Ländern zu organisieren und die Völker des Kontinents zu verbinden". Viele Menschen glaubten, dass der Integrationsprozess in Lateinamerika nur auf dem Willen der Regierungen basiere. "Es gibt aber keine Veränderungen, wenn die Völker sich nicht organisieren", betonte er.

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An Maduro gerichtet, sagte Stédile, Venezuela habe dabei eine Vorreiterrolle "durch die Vision von Chávez und den mobilisierenden Charakter des bolivarischen Prozesses". Als die Bauernorganisationen mit ihren kontinentalen Treffen begannen, seien es Hugo Chávez und Nicolás Maduro gewesen, "die uns in der Idee bestärkt haben, dass die sozialen Bewegungen sich verbinden müssen".

In Lateinamerika finde aktuell ein Kampf zwischen zwei Projekten statt, so Stédile. Das erste sei das "Projekt des nordamerikanischen Imperiums", das jeden Tag die "Schlacht um den Raub der Reichtümer der Völker" führe und drohe, sich auszubreiten, wie es mit den Staatsstreichen in Paraguay und Honduras bereits geschah. Das zweite sei das "Projekt der Völker", mit fortschrittlichen Volksregierungen an der Spitze. Auch wenn Länder wie Venezuela und Bolivien bei der "Einbeziehung der Massen" vorangekommen seien, sei es in anderen Ländern noch nicht in dem Maß gelungen, die Bevölkerung zu organisieren und diese Umwälzung voranzubringen.

Projekte wie die Bank des Südens und die Schaffung einer lateinamerikanischen Währung müssten gefestigt werden. "Wir haben die Bank von Brasilien, die jedes Mal, wenn wir Bauern mit ihr verhandeln, wörtlich zu uns sagt: 'Wir sind keine staatliche Bank, wir sind eine kommerzielle Bank'. Wir brauchen Banken, die nicht auf Profite aus sind - und das ist die Bank des Südens." Bezüglich der Regionalwährung betonte Stédile, die Schaffung des Sucre sei ein "Werkzeug, um die Völker zu schützen".

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