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Mujica in Kuba, Revolutionsfeiern an Moncada-Kaserne

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Mujica und weitere Delegationsmitglieder auf dem Revolutionsplatz in Havanna. Im Hintergrund das Konterfei des Revolutionärs Camilo Cienfuegos
Mujica und weitere Delegationsmitglieder auf dem Revolutionsplatz in Havanna. Im Hintergrund das Konterfei des Revolutionärs Camilo Cienfuegos

Havanna. Uruguays Präsident José Mujica ist zu einem mehrtägigem Staatsbesuch in Havanna eingetroffen. Für Mujica, der sein Amt seit dem Jahr 2010 innehat, ist es der erste Aufenthalt in seiner Funktion als Staatsoberhaupt in Kuba.

Bereits am Mittwochnachmittag empfing Kubas Staats- und Regierungschef Raúl Castro seinen südamerikanischen Amtskollegen, der von Senatorin Lucía Topolansky und Außenminister Luis Leonardo Almagro Lemes begleitet wurde. Bei dem Treffen wurde laut der kubanischen Tageszeitung Granma der gute Zustand des bilateralen Verhältnisses bestätigt sowie auf aktuellen Themen von regionaler und internationaler Bedeutung eingegangen.

Nur wenige Stunden nach dem Zusammentreffen mit Raúl Castro besuchte José Mujica auch Fidel Castro. Mit ihm habe er sich "über aktuelle Themen wie auch über die Geschichte des revolutionären Kampfes in beiden Ländern" ausgetauscht, hieß es in der kubanischen Presse. Mujica hatte im Jahr 1965 in Uruguay die Bewegung zur Nationalen Befreiung (MLN Tupamaros) mitgegründet und verbrachte aufgrund seiner politischen Aktivitäten ebenso wie seine Ehefrau Lucía Topolansky mehr als 13 Jahre im Gefängnis, bevor er sich dem linksgerichteten Bündnis Frente Amplio anschloss, für das er im Jahr 2008 als Präsidentschaftskandidat nominiert wurde.

Zum Abschluss seines Besuches in Kuba nahm der uruguayische Präsident am Freitag gemeinsam mit weiteren Staats- und Regierungschefs der Region an den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag des Sturms auf die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba teil.

Mit einem großen Festakt wurde dabei am 60. Jahrestag des Angriffs der Revolutionäre um Fidel Castro auf die Moncada-Kaserne in der ostkubanischen Stadt gedacht. Obwohl die Militäraktion 1953 scheiterte, gilt die Attacke auf die Kaserne heute als Beginn der Kubanischen Revolution. Die Aktion, bei der mehrere Rebellen starben, leitete den Beginn der gut sechs Jahre später siegreichen Kubanischen Revolution und damit das Ende der Diktatur von Machthaber Fulgencio Batista (1952-1959) ein.

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Nach Angaben des lateinamerikanischen Fernsehsenders Telesur nahmen an den offiziellen Feierlichkeiten am "Tag der Nationalen Rebellion" zahlreiche Politiker und Persönlichkeiten aus Kuba und dem Ausland teil.

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro war bereits am Freitag in Begleitung von Mitgliedern seines Regierungskabinetts und Politikern der in Venezuela regierenden Vereinten Sozialistischen Partei (PSUV) in Kuba eingetroffen. Teil der Delegation waren zudem Vertreter linksgerichteter politischer Organisationen aus dem südamerikanischen Land.

Neben Maduro nahmen an den Feiern auf dem Revolutionsplatz in Santiago de Cuba die Premierminister von Antigua und Barbuda, Baldwin Spencer, von San Vicente und den Grenadinen, Ralph Gonsalves, von Dominica, Roosevelt Skerrit, sowie der Regierungschef von Santa Lucia, Kenny Anthony teil.

Der Festakt im Gebäude der Mocada-Kaserne, die heute als Schulkomplex genutzt wird, wurde von Kubas Staats- und Regierungschef Raúl Castro geleitet. Telesur führte aus, dass die Feiern zum "Tag der Nationalen Rebellion" jedes Jahr in einer anderen Stadt Kubas ausgerichtet werden und die Wahl in diesem Jahr zum runden Jubiläum auf Santiago gefallen war.

Santiago de Cuba ist heute mit gut einer Million Einwohner die zweitgrößte Stadt Kubas nach der Hauptstadt Havanna. Der Hafen der Stadt ist ein wichtiger Umschlagsplatz für den Handel im karibischen Becken.

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