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Mehr Auslandsreisen nach Reform der Migrationsgesetze in Kuba

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Tarjeta blanca: Faksimile der «weißen Karte»
Tarjeta blanca: Die «weiße Karte» hat ausgedient

Havanna. Die Zahl der Auslandsreisen kubanischer Bürger hat in den ersten acht Monaten nach der im Januar 2013 erfolgten Novellierung der Reisegesetzgebung auf der Karibikinsel mit mehr als 180.000 deutlich zugenommen. Sie liegt damit drei Mal höher als in vergleichbaren Zeiträumen vor der Neuregelung. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Ausland betrug dabei einen Monat, wie das kubanische Fernsehen Ende September berichtete.

Die lang erwartete Einführung der neuen Regelungen, die unter anderem die Abschaffung der bisher notwendigen Ausreisegenehmigung, der sogenannten weißen Karte, sowie eine Verlängerung der erlaubten Aufenthaltsdauer im Ausland auf 24 Monate umfassen, wurde von der Bevölkerung sehr positiv aufgenommen. Nach offiziellen Angaben aus Havanna entwickelt sich die Anwendung der neuen Regelungen in einem Klima völliger Normalität.

Neben einem Anstieg bei den privaten Auslandsreisen hat die Migrationsreform zudem zu einer gesteigerten Bereitschaft im Ausland lebender Kubaner zur Rückkehr in ihre Heimat geführt. Nach Angaben des zuständigen Ministeriums haben seit Januar dieses Jahres 1.900 zum Teil illegal ausgereiste kubanische Staatsangehörige einen Antrag auf Wiedereinbürgerung gestellt.

Trotz der nun deutlich vereinfachten Reisemöglichkeiten bleibt vielen Kubanern ein Besuch im Ausland jedoch verwehrt, da zahlreiche Zielländer, insbesondere die USA, eine äußerst restriktive Visavergabepolitik verfolgen und kubanischen Staatsbürgern nach wie vor eine entsprechende Aufenthaltsgenehmigung verweigern.

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