Kuba / Politik

Kuba vereinfacht Auslandsreisen

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Einfacher zu haben: Kubanischer Pass
Einfacher zu haben: Kubanischer Pass

Havanna. In Kuba sind am Montag neue Reisebestimmungen in Kraft getreten. Mit der im Oktober vergangenen Jahres angekündigten Gesetzesänderung wird die Ausreise für kubanische Bürgerinnen und Bürger erheblich erleichtert. Die Behörden in Havanna reagieren damit auch auf das Wachstum der kubanischen Gemeinschaft im Ausland.

Die zuständige Migrationsbehörde DIE hatte die neuen Regelungen seit Monaten vorbereitet. Neu ist vor allem, dass an 195 Behördenvertretungen im Land Reisepässe ausgegeben werden. Ein bisher notwendiger Antrag auf Ausreise, die sogenannte "weiße Karte", ist hingegen nicht mehr nötig.

Wie die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina vermeldet, können sich Kubanerinnen und Kubaner fortan bis zu 24 Monate im Ausland aufhalten, ohne dass dies Auswirkungen auf die Staatsbürgerschaft hat. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren können, anders als bisher, mit er Erlaubnis ihrer Erziehungsberechtigten ausreisen. Kubanerinnen und Kubaner aus dem Ausland können Kuba mit Inkrafttreten der neuen Bestimmungen 90 Tage am Stück besuchen, bislang mussten sie nach 30 Tagen wieder ausreisen.

Die neuen Reisebestimmungen sehen Einschränkungen für bestimmte Berufsgruppen wie Ärzte und Sportler vor. Die Regierung des sozialistischen Karibikstaates begründet diese Regelungen mit der US-Blockade, in deren Rahmen hochqualifizierte Kräfte aktiv abgeworben werden, um Kuba wirtschaftlichen Schaden zuzufügen. Ein Streitpunkt ist in diesem Zusammenhang das sogenannte Cuban Medical Professional Parole Program, mit dem die US-Regierung vor allem kubanische Mediziner in Venezuela zur Emigration in die USA bewegen wollen.

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