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Ehemaliger Paramilitär kommt wegen Gewalt an Frauen vor Gericht

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Der Chef der paramilitärischen "Selbstverteidigungsgruppen der Bauern von Magdalena Medio" (Acmm), José Ramón Isaza
Der Chef der paramilitärischen "Selbstverteidigungsgruppen der Bauern von Magdalena Medio" (Acmm), José Ramón Isaza

Bogotá. Zum ersten Mal ist ein ehemaliger Chef des Paramilitarismus in 17 Fällen für Gewalt an Frauen, die Männer unter seinem Kommando ausgeübt haben, angeklagt worden. Sexueller Missbrauch an Minderjährigen, Zwangsprostitution, Sexsklaverei, Leibeigenschaft und Vergewaltigung lautet die Anklageschrift, für die Ramón Isaza, alias El Viejo, vor Gericht kommt.

Die Staatsanwaltschaft untersucht zurzeit insgesamt 1.164 Fälle von Gewalt an Frauen, welche unter den Paramilitärs verübt worden sind. In 624 Fällen ist die Beweislage bereits soweit geklärt, dass ein Strafverfahren eröffnet werden konnte. Laut Staatsanwaltschaft sind diese 1.164 Fälle erst die Spitze des Eisbergs.

Dass diese Strafverfahren eröffnet werden konnten, war allein aufgrund von Zeugenaussagen der Betroffenen möglich. Nicht ein einziger Paramilitär hat seit der Verabschiedung des Gesetzes "Gerechtigkeit und Frieden" (Ley de Justicia y Paz) 2005 die Verantwortung für solche Taten auf sich genommen, noch eingestanden, dass Gewalt an Frauen Teil der Kriegsstrategie der Paramilitärs war.

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