Kuba / Wirtschaft

Kuba schafft Parallelwährung ab

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Kubanischer Drei-Peso-Schein
Kubanischer Drei-Peso-Schein

Havanna. Die kubanische Regierung hat am vergangenen Dienstag die Abschaffung des doppelten Währungssystems aus Kubanischem Peso (CUP) und Konvertiblem Peso (CUC) angekündigt. Das Kabinett habe dazu einen Zeitplan gebilligt, hieß es in einer Regierungserklärung, die von der kubanischen Tageszeitung Granma veröffentlicht wurde. Geplant sei ein Übergang ohne "Schocktherapie".

Zunächst können in mehr Geschäften als bisher, die Waren gegen CUC verkaufen, Zahlungen mit dem kubanischen Peso mittels Magnetkarten getätigt werden. An ausgewählten Stellen sollen auch Barzahlungen mit dem CUP zum Kurs von 25 CUP für einen CUC möglich sein. Weitere Details über die Maßnahmen, die für alle Beteiligten gelten, werden entsprechend dem Stand der Umsetzung des Zeitplans bekanntgegeben, heißt es abschließend in der Regierungserklärung.

Seit 1994 existiert auf Kuba ein doppeltes Währungssystem. Damals legalisierte die Regierung den Besitz des US-Dollar, der bis dahin nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich war. Vor einigen Jahren wurde dann  der US-Dollar durch den CUC als Parallelwährung abgelöst. Ziel der Einführung war, die auf der Insel zirkulierenden Devisen abzuschöpfen. Fast alles, was über den täglichen Bedarf an Lebensmitteln und Kleidung hinausgeht, muss auf Kuba mittlerweile in CUC bezahlt werden. Ein Großteil der Lohnzahlungen dagegen erfolgt in CUP, der zu einem staatlich festgesetzten Wechselkurs von 1:25 zum CUC getauscht wird.

Im täglichen Leben führt das doppelte Währungssystem zu einer Trennung zwischen jenen mit Zugang zur "harten“ Währung und damit gewissen Privilegien, und der immer noch großen Mehrheit der Bevölkerung, die fast nur Zugang zum schwachen CUP hat. Auch die Abrechnung und der Handel zwischen staatlichen Unternehmen werden durch die zwei Währungen erschwert. Die Abschaffung der Doppelwährung war eine der Hauptforderungen des 6. Kongresses der Kommunistischen Partei Kubas im Jahr 2011.

Dieser Moment scheint nun gekommen. Kubanische Ökonomen rechnen mit einer Übergangszeit von 18 Monaten und einer Abwertung des CUC. Die Zusammenführung der beiden Währungen ist Teil einer Reihe von Maßnahmen der Regierung Raúl Castro, um das sozialistische Wirtschaftssystem zu modernisieren.

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