El Salvador / Politik

El Salvador: FMLN plant Beitritt zum ALBA-Bündnis

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FMLN-Kandidat für die Präsidentschaftswahlen im Februar 2014, Salvador Sánchez Cerén
FMLN-Kandidat für die Präsidentschaftswahlen im Februar 2014, Salvador Sánchez Cerén

San Salvador. Der Präsidentschaftskandidat der Nationalen Befreiungsfront Farabundo Martí (FMLN), Salvador Sánchez Cerén, hat angekündigt, bei einem Wahlsieg der Bolivarischen Allianz für die Völker Unseres Amerikas (ALBA) beizutreten.

Mit dem ALBA-Bündnis gehe es darum, viele Länder zu integrieren, um ihre Ressourcen für die Entwicklung in Lateinamerika einzusetzen. "Diese Länder sind der Auffassung, dass ihre natürlichen Reichtümer da sind, um sie mit der Menschheit zu teilen, dass sie nicht nur ihr Eigentum sind. Es ist ein zukunftsorientiertes Denken und es stärkt die Basis der lateinamerikanischen Einheit", sagte Sánchez Cerén. ALBA sei ebenso wie das Energiebündnis Petrocaribe und der Gemeinsame Markt des Südens (Mercosur), Teil einer "neuen Vision" auf dem Kontinent, die unabhängiger und souveräner sei und in der "die Menschen selbst die Entwicklung bestimmen." Lateinamerika sei heute ein Kontinent mit neuen Ideen, einem neuen Denken und neuer Politik.

Der FMLN-Kandidat erinnerte daran, dass die erste außenpolitische Handlung der FMLN nach ihrem Wahlsieg im Jahr 2009 die Aufnahme von Beziehungen zu Kuba gewesen sei. Im Falle eines Wahlsieges bei den Präsidentschaftswahlen im Februar 2014 werde der erste Akt der Anschluss an ALBA, CELAC und den gesamten Prozess der Integration und lateinamerikanischen Einheit sein. "Darin liegt die Hoffnung und die Zukunft des Volkes von El Salvador. Wir gehören bereits dazu, weil wir Teil dieses Denkens sind, das die Ideale von Martí, Sandino, und von Bolivar beinhaltet", so Sánchez Cerén.

Bislang gibt es zwar eine Kooperation mit der ALBA im Energie-, Landwirtschafts-, Gesundheits- und Bildungssektor, die Regierung von Präsident Mauricio Funes hatte einen Beitritt aber immer abgelehnt und einen Anschluss an die neoliberale Pazifik-Allianz angestrebt. Im vergangenen Juni wurde El Salvador schließlich assoziiertes Mitglied und erhielt damit den Beobachterstatus bei der Pazifik-Allianz. Ihr gehören derzeit Kolumbien, Chile, Peru und Mexiko an. Diesen Schritt hatte der ausgesprochene ALBA-Gegner Funes mit der Möglichkeit der Diversifizierung der Exporte begründet. Rund 50 Prozent der Exporte El Salvadors gehen in die USA. Im Juli dieses Jahres ratifizierte das Parlament El Salvadors außerdem das umstrittene Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union.

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