Keine Einigung zwischen Bauern und Regierung in Kolumbien

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Logo der Organisation Nationaler landwirtschaftlicher Tisch für Gespräche und Übereinkünfte
Logo der Organisation Nationaler landwirtschaftlicher Tisch für Gespräche und Übereinkünfte

Bogotá. Nach einem mehr als zwei Monate währenden Dialog zwischen der Regierung Kolumbiens und Vertretern der Landarbeiter- und Bauernschaft sind noch keine Ergebnisse erkennbar. Die Gespräche waren initiiert worden, nachdem sich im August Streiks und Demonstrationen von Kleinbauern und Landarbeitern massiv ausgeweitet hatten. Diese Proteste für strukturelle Veränderungen in der Agrarpolitik zugunsten von Kleinbauern halten bis heute an.

Vertreter der landwirtschaftlich Kleinproduzierenden sowie der Regierung kamen unlängst im südlich gelegenen Popayán erneut zusammen. Dabei wurde die Bildung einer Unterkommission vereinbart, in der beide Seiten je drei Mitglieder entsenden. Ihre Aufgabe ist es, eine Annäherung der Standpunkte zur Substitution des illegalen Anbaus von Koka, Mohn und Marihuana zu erreichen. Eine entsprechende Information wurde in einer Erklärung des Landwirtschaftlichen Tisches für Gespräche und Übereinkünfte (MIA) gegeben und über die Presseagentur Prensa Rural verbreitet.

Die Landbevölkerung besteht auf einer schrittweisen Substitution und auf dem Ende der Herbizidbesprühungen sowie der manuellen Vernichtung von Anpflanzungen.

Mit den anhaltenden Protesten versuchen die Bauern zudem, Forderungen nach einem besserem Zugang zu Land und nach sozialen Investitionen durchzusetzen. Auch geht es um Verbesserungen für das Bildungs- und Gesundheitswesen, Hausbau, öffentliche Dienste und Straßen.

Wortführer der Protestierenden haben wiederholt den zähen Verlauf der Gespräche und eine mangelnde Bereitschaft der Gegenseite beklagt. Sie bekräftigen zudem die Notwendigkeit, die Arbeit der Kommission für Menschenrechte und Garantien für die Ausübung des Versammlungs- und Demonstrationsrechts fortzusetzen. Seit dem Beginn der Massenproteste am 19. August werden bereits zwölf Todesopfer, vier Vermisste und 400 Verletzte beklagt.

Die Gespräche sollen am 29. November in Bogotá fortgesetzt werden.

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