Militärs der Pinochet-Diktatur in Chile verurteilt

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Angehörige bei einer Protestaktion gegen 40 Jahre Straflosigkeit. Auf dem Transaparent: Fotos von Politikern die bei der "Karawane des Todes" ermordet wurden
Angehörige bei einer Protestaktion gegen 40 Jahre Straflosigkeit. Auf dem Transaparent: Fotos von Politikern die bei der "Karawane des Todes" ermordet wurden

Santiago de Chile. Acht ehemalige Militärs der Pinochet-Diktatur sind vergangene Woche zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Sie waren für ihre Teilnahme an der Militäroperation "Caravana de la Muerte" (Karawane des Todes) im Oktober 1973 in Antofagasta, einer Wüstenstadt im Norden Chiles, angeklagt und sind nun in 14 Fällen des Mordes schuldig gesprochen worden.

Die "Karawane des Todes" ereignete sich kurz nach dem chilenischen Militärputsch, angeführt von Augusto Pinochet im September 1973. Die Mitglieder dieser Militäroperation flogen in einem Helikopter von Süden nach Norden alle größeren Städte Chiles an, um innerhalb eines Monats in Lagern festgehaltene politische Gefangenen zu foltern und hinzurichten. Auf diese Weise sollen an die Hundert Menschen ermordet worden sein. In Antofagasta wurden 14 politische Gefangene getötet.

Leopoldo Llanos, Richter am Berufungsgericht in Santiago de Chile, hat nun die sich im Ruhestand befindenden Obersten Sergio Arredondo, Marcelo Moren Brito, Juan Chiminelli und Patricio Ferrer als Hauptverantwortliche für die Hinrichtungen in Antofagasta zu 15 Jahren und einem Tag Haft verurteilt. Der Leutnant Pablo Martínez Latorre wurde zu fünf Jahren verurteilt, Pedro Espinoza Bravo, Luis Felipe Planco Gallardo y Emilio de la Mahotiere González erhielten eine Haftstrafe von drei Jahren. Als einziger wurde General Gonzalo Santelices Cuevas aufgrund mangelnder Beweise freigesprochen.

Richter Llanos ordnete außerdem an, dass jeder Mutter oder Witwe der Opfer eine Entschädigungszahlung von 100 Millionen Chilenischen Pesos (circa 138.000 Euro) und jede Tochter oder Sohn eine Entschädigungszahlung von 50 Millionen Chilenische Pesos (circa 70.000 Euro) zusteht.

Der Anwalt der Kläger, Cristián Cruz, begrüßte die Entscheidung des Richters. "Hoffen wir, dass dies der Anfang vom Ende ist", so Cruz: "Dies ist das erste Gerichtsurteil im Fall Karawane des Todes und es kommt zu einem historischen Zeitpunkt, da sich die Vorkommnisse dieses Jahr zum 40. Mal jähren." Auch wenn die Familien der Opfer endlich etwas Gerechtigkeit erfahren haben, so komme dieser Triumph doch reichlich spät, sagte Cruz, Viele Familienangehörige seien nicht mehr am Leben.

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