Ecuador / Politik / Umwelt

Große Unterstützung für Kampagne gegen Chevron

Mehr als 20 Komitees in mehreren Ländern gegründet. Prominente Unterstützung aus aller Welt

danny_glover_3_lac.jpg

Der US-amerikanische Schauspieler Danny Glover besuchte die betroffene Amazonas-Region
Der US-amerikanische Schauspieler Danny Glover besuchte die betroffene Amazonas-Region

Quito. In nur vier Monaten sind mehr als 20 Komitees in mehreren Ländern zur Unterstützung der internationalen Kampagne "Die schmutzigen Hände von Chevron" gegründet worden. Dies berichtet die ecuadorianische Zeitung El Telégrafo in ihrer Ausgabe vom Donnerstag. Zahlreiche Konferenzen, Veranstaltungen, Fotoausstellungen und Besuche im ecuadorianischen Amazonas wurden organisiert, um die weltweite Öffentlichkeit über die Umweltvergiftungen durch den US-Multi Chevron zu informieren und die Entschädigungsklagen der Opfer zu unterstützen.

Prominente Politiker, Akademiker und  Kulturschaffende aus Lateinamerika, Afrika und Europa haben sich der Kampagne angeschlossen. "Der Kampf Ecuadors gegen Chevron ist die Sache der ganzen Menschheit", erklärte der französische Linkspolitiker Luc Mélenchon seinen Einsatz. Ähnlich äußerten sich der US-amerikanische Schauspieler Danny Glover, die Dokumentarfilmerin und Umweltaktivistin Alexandra Cousteau und der Sänger Luis Eduardo Aute, die Erdölexpertin Antonia Juhasz und die Bürgermeisterin von Richmond (USA), der argentinische Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel, Parlamentarier aus Brasilien, Großbritannien und Belgien, Journalisten und Akademiker. Aktivisten linker Bewegungen und Umweltgruppen aus vielen Ländern gründeten Solidaritätskomitees, unter anderem auch in Berlin. Hunderte Jugendliche, die bei den 18. Weltfestspielen der Jugend und der Studenten in Quito teilnahmen, diskutierten den Fall und kündigten Solidaritätsaktionen in ihren Ländern an.

Von 1964 bis 1992 förderte Texaco an 342 Bohrlöchern Öl, neun Katastrophen wurden registriert, die mehr als zwei Millionen Hektar des nordöstlichen Amazonas-Gebietes verseuchten und die Gesundheit der Angehörigen der fünf indigenen Nationalitäten Cofán, Siona, Secoya, Waorani und Kichwa sowie von Siedlern und Bauern von Sucumbíos und Orellana schädigte. In diesem Zeitraum war Texaco, das 2001 von Chevron übernommen wurde, Studien zufolge für das Auslaufen von 71 Millionen Liter Erdölrückständen und 64 Millionen Liter Rohöl verantwortlich. Dies wurde vom Gerichtshof Ecuadors nach einem Verfahren von neunjähriger Dauer bestätigt und Chevron, der heutige Eigentümer von Texaco, zur Zahlung von neun Milliarden US-Dollar verurteilt.

Der US-Konzern weist jede Verantwortung für die Umweltvergiftung von sich. Bei dem Verfahren habe es sich um Betrug gehandelt. Nicht Texaco, sondern Petroecuador, das nach 1992 an den Ölquellen weiter gearbeitet hat, sei für die Verschmutzung verantwortlich. Der Konzern hat mehrere Prozesse angestrengt, um die Entschädigungssumme auf Petroecuador und damit auf den ecuadorianischen Staat abzuwälzen. Ecuadors Präsident Rafael Correa initiierte daraufhin im September dieses Jahres die internationale Kampagne "Die schmutzigen Hände von Chevron".

Am 17. Dezember bekräftigten die am II. Sondergipfel der lateinamerikanischen Bündnisse ALBA und Petrocaribe teilnehmenden Länder ihre Solidarität mit Ecuador. Am 19. Dezember verabschiedete der Ausschuss für Internationale Beziehungen des kubanischen Parlaments eine Erklärung der Solidarität mit Ecuador, ebenso wie einige Tage zuvor die Abgeordneten in der Dominikanischen Republik und anderen Ländern.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr