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New York Times korrigiert falsche Aussagen über Venezuela

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Screenshot des NYT-Artikels
Screenshot des NYT-Artikels

New York. Die US-amerikanische Tageszeitung New York Times hat Fehler in einem Bericht über TV-Medien in Venezuela korrigiert. Dies berichtet das Zentrum für Politik- und Wirtschaftsstudien (CEPR). Dessen Vizepräsident, der Ökonom und Publizist Mark Weisbrot, hatte auf die fehlerhafte Berichterstattung in einem Artikel der NYT am 20. Februar hingewiesen. Darin hieß es mit Bezug auf den Sender Globovision: "Die einzige Fernsehstation, die regelmäßig kritische Stimmen gegenüber der Regierung ausstrahlte, wurde im vergangenen Jahr verkauft und die neuen Besitzer haben ihre Berichterstattung zurückhaltender gemacht." Weisbrot wies detailliert die Fehlerhaftigkeit dieser Aussage nach und startete eine Unterschriftenkampagne, mit der die Herausgeber der NYT zu einer Richtigstellung aufgefordert wurden. Innerhalb von zwei Tagen unterzeichneten fast 13.000 Personen.

In der Korrektur vom 26. Februar schrieb die NYT dann: "Eine frühere Version dieses Artikels bezog sich ungenau auf Globovision. Vor dem Verkauf im vergangenen Jahr strahlte der Sender mehr kritische Stimmen gegenüber der venezolanischen Regierung als jede andere TV-Sender aus, aber es war nicht der einzige, der regelmäßig Regierungskritiker darbot."

Dies sei von Bedeutung, betont Weisbrot, da die Oppositionsführung versuche, die Situation so darzustellen, dass in Venezuela eine Diktatur herrsche und rechtfertige damit ihre Forderung nach dem Sturz einer demokratisch gewählten Regierung. Er ermuntert Internetnutzer, die Medien für fehlerhafte Berichterstattung in die Verantwortung zu nehmen. Massenmedien könnten einerseits eine große Rolle bei der "Legitimierung furchtbarer Verbrechen" spielen, wie in der Vorbereitung des Irak-Krieges, bei dem mehr als eine Million Menschen getötet wurden und der wahrscheinlich nicht geschehen wäre, wenn die Medien ihre Arbeit getan hätten. Auf der anderen Seite gebe es Tausende Reporter und Herausgeber, die versuchen, ihre Arbeit zu machen und grundlegende journalistische Standards von Genauigkeit und Ausgewogenheit einzuhalten. Leser, Hörer und Zuschauer könnten ihnen dabei helfen, so Weisbrot.

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