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03.02.2011 Venezuela / Medien

Fernsehen in Venezuela: Wer beherrscht die Medien?

Eine Analyse der Zuschaueranteile des venezolanischen Fernsehens zeigt, dass die privaten Medien nach wie vor die große Mehrheit stellen

In der internationalen Presse wird allgemein berichtet und weithin geglaubt, dass die Regierung von Hugo Chávez die Medien in Venezuela kontrolliert. Zum Beispiel erwähnte Jackson Diehl, stellvertretender Redaktionsleiter und Feuilletonist der Washington Post, "die Beherrschung der Medien durch das Chávez-Regime" in seinem Artikel über die Wahlen zur venezolanischen Nationalversammlung vorigen November.1 In einem Interview bei CNN behauptete Lucy Morrillon von Reporter ohne Grenzen: "Präsident Chávez kontrolliert die meisten der Fernsehstationen."2 Bei PBS sagte im November 2010 Roger Noriega, der frühere US-Vizeaußenminister für die westliche Hemisphäre, dass die venezolanischen Medien "eigentlich unter der Kontrolle von Chávez" stünden.3 In den größeren Medien werden regelmäßig solche Behauptungen geäußert und fast nie angezweifelt.

Tabelle 1 zeigt die Entwicklung der Zuschaueranteile des venezolanischen Fernsehens von 2000 bis 2010. Es gibt drei Kategorien: private Sender, die sich in Privatbesitz befinden und kostenfrei empfangen werden können; staatliche Sender, welche von der Regierung betrieben werden und den Zuschauern ebenfalls kostenlos zur Verfügung stehen4; privates Fernsehen, inklusive Kabel- und Satellitenfernsehen, für das der Abonnent eine Gebühr entrichten muss; ebenso andere kostenpflichtige Programme, welche zur Zeit der Umfrage angeschaut wurden.

Verteilung Zuschaueranteile Fernsehen Venezuela

Wie die Tabelle zeigt, hatten seit September 2010 die staatlichen venezolanischen Fernsehsender nur 5,4 Prozent des Zuschaueraufkommens. Von den restlichen 94,6 Prozent schauten 61,4 Prozent private Fernsehsendungen und 33,1 Prozent schauten kostenpflichtiges Fernsehen.

Da die meisten der privaten TV-Betreiber gegen die Regierung eingestellt sind, ist klar, dass mehr als 94 Prozent des Fernsehens, das in Venezuela empfangen wird, nicht regierungsfreundlich ist. Tatsächlich verhält sich ein Großteil der privaten Medien sehr regierungsfeindlich und dies in einer Art und Weise, welche weit über das hinausgeht, was zum Beispiel in den USA erlaubt ist.5 Es gibt keine Daten über Publikumsanteile für die verschiedenen Fernsehsender, basierend auf politischer Einstellung der Zuschauer. Aus den vorliegenden Daten, welche auf Haushaltsbefragungen in einem Zehnjahreszeitraum basieren, geht jedoch eindeutig hervor, dass Behauptungen von "Kontrolle" oder "Dominanz" der venezolanischen Regierung über die Medien nicht nur übertrieben, sondern schlichtweg falsch sind.

Die Daten zeigen, dass sogar nach der Expansion des wichtigsten staatlichen Fernsehsenders (VTV) und der Ausweitung bzw. Gründung vier weiterer Sender (TVes, Vive TV, Catia TVe, ANTV) der Zuschaueranteil am staatlichen Fernsehen immer noch relativ gering bleibt, obgleich er sich seit einigen Jahrzehnten signifikant erhöht hat. In den Jahren 2000/2001 hatten die staatlichen Kanäle im Durchschnitt 1,9 Prozent der Marktanteile, in den Jahren 2009/2010 hingegen 5,9 Prozent.

Das Muster der Zuschaueranteile zeigt deutlich einen Bezug zu politischen Ereignissen. Zum Beispiel verdoppelten sich die Anteile von 1,7 Prozent zu Beginn des Jahres 2002 auf 4,1 Prozent im Mai nach dem Militärputsch im April, welcher vorübergehend die Regierung von Chávez gestürzt hatte. Ähnliches geschah im Dezember 2002, als der Zuschaueranteil des staatlichen Fernsehens auf 9,7 Prozent sprang. Im Januar und Februar 2003 sank er wieder auf 6,7 Prozent beziehungsweise 5,23 Prozent. Die hohen Zahlen im Dezember 2002 waren zweifelsohne durch den von der Opposition geführten Ölstreik bedingt, der die Wirtschaft lähmte und auch eine politische Krise auslöste.

Es scheint, dass sich der Zuschaueranteil des staatlichen Fernsehens in Zeiten politischer Unruhen erhöht, oder wenn politische Ereignisse im Licht der Öffentlichkeit stehen. Die Tabelle zeigt ebenfalls Spitzenzahlen der Zuschauerbeteiligung am staatlichen Fernsehen in der Zeit des Wahlkampfs vor den Präsidentenwahlen im Dezember 2006 sowie in den Zeiten der Volksabstimmungen über Verfassungsänderungen im Dezember 2007 und Februar 2009.

Die wahrscheinlichste Erklärung für diese Spitzenzahlen ist, dass das Fernsehpublikum während dieser Zeiten mehr Interesse an politischen Nachrichten zeigt. Möglicherweise wollen die Zuschauer auch die andere Seite der Geschichte sehen und hören, also die staatliche Seite. Sobald die Krise beendet ist, wenden sie sich wieder dem privaten Fernsehen zu, meistenteils den beliebten Seifenopern, Sportprogrammen und anderen Unterhaltungssendungen.

Die Sendelizenz der ältesten und größten Fernsehstation des Landes (Radio Caracas Televisión, RCTV) wurde im Mai 2007 nicht erneuert. RCTV war gemeinsam mit anderen an dem Putsch des Jahres 2002 beteiligt, welcher vorübergehend den gewählten Präsidenten stürzte. RCTV hatte ein legales Monopol in einem gewissen Teil des Sendespektrums besessen. RCTV wurde jedoch nicht geschlossen, wie die internationalen Medien fälschlicherweise berichteten. RCTV sendete bis Januar 2010 weiter über Kabel und Satellit unter dem Namen RCTV Internacional. Obwohl inhaltlich weiter die gleichen Programme gesendet wurden, behauptete RCTV, ein internationaler Sender zu sein und deshalb nicht der Aufsichtsbehörde CONATEL (Nationale Telekommunikationskommission) unterstellt. Diese Forderung wurde durch die venezolanische Regierung zurückgewiesen, nachdem CONATEL festgestellt hatte, dass RCTV zu 90 Prozent venezolanische Programminhalte sende und somit der Aufsicht durch CONATEL zu unterstellen sei. RCTV insistierte, der Sender sei nicht an innerstaatliche Rechtsvorschriften gebunden, zum Beispiel bei Übertragungen von Reden des Präsidenten (dieses Gesetz war vor der Amtszeit von Chávez erlassen worden). Die Station wurde folglich am 24. Januar 2010 geschlossen, wobei Gerichtsverfahren noch anhängig sind.

Einige dieser Ereignisse sind auch anhand der Daten ersichtlich. Der Zuschaueranteil am kostenpflichtigen Fernsehen springt im Juni auf 26,2 Prozent, eine stärkere Zunahme als der gesamte Zuschaueranteil am staatlichen Fernsehen. Dies spiegelt den Verlust der Sendelizenz für RCTV wider, da Zuschauer zum kostenpflichtigen Fernsehen wechselten, um weiter ihre beliebten Seifenopern verfolgen zu können.6 Der Anteil beim kostenpflichtigen Fernsehen stieg während der ersten neun Monate 2010 weiter an auf durchschnittlich 33 Prozent. Der Verlust der RCTV-Zuschaueranteile beim kostenpflichtigen Fernsehen resultierte nicht in einem Verlust für das kostenpflichtige Fernsehen insgesamt. Möglicherweise, weil Zuschauer einfach zu anderen kostenpflichtigen Kanälen überwechselten anstatt zum staatlichen Fernsehen. Das Meinungsforschungsunternehmen AGB Panamericana de Venezuela Medición S.A. hat festgestellt, dass viele Venezolaner über RCN Colombia immer noch Zugriff auf Programme von RCTV haben - im venezolanischen kostenpflichtigen Fernsehen.

Es ist bemerkenswert, dass der Anteil des staatlichen Fernsehens in Venezuela zur Zeit mit durchschnittlich 5,1 Prozent für 2010 nicht nur absolut klein ist, sondern auch im Vergleich mit vielen anderen Ländern mit staatlichen Sendern. Zum Beispiel beträgt der Zuschaueranteil des staatlichen Fernsehens in Frankreich etwa 37 Prozent7 und in Großbritannien etwa 37,8 Prozent.8 Doch gilt auch umgekehrt: Frankreich und Großbritannien haben keine Privatsender der politischen Opposition, zumindest nicht in dem Ausmaß wie Venezuela.

Umfrageergebnisse zeigen, dass die Dominanz der privaten Oppositionsmedien in Venezuela einen beträchtlichen Einfluss auf die politische Meinung ausübt. Zum Beispiel zeigte eine Umfrage, von Associated Press-Ipsos im November 2006 kurz vor der Präsidentenwahl durchgeführt, dass 57 Prozent der Befragten besorgt waren, sie könnten durch ihre Stimmabgabe Repressalien ausgesetzt sein. Nur 42 Prozent waren sich sicher, dass die Stimmabgabe geheim durchgeführt werde.9 Dies war als Muster mehrfach von den Oppositionsmedien gesendet worden. Tatsächlich ist die Wahl geheim. In Venezuela erfährt die Regierung genauso wenig wie in den USA, Deutschland oder Schweden, wie jemand gewählt hat.10

Angesichts des geringen staatlichen Anteils am Fernsehen11 in Venezuela scheint es, dass die Regierung ihre Mitteilungen hauptsächlich durch Chávez selbst verkündet - in den sogenannten "Cadenas", welche private Fernsehsender akzeptieren müssen. Nach Angaben von AGB Panamericana de Venezuela Medición S.A. waren dies im Jahre 2009 im Durchschnitt fast 24 Minuten täglich. Diese Methode hat den Vorteil, dass Regierungsmitteilungen effektiver gesendet werden können als durch den zur Zeit existierenden Anteil der staatlichen Programme. Es ist jedoch schwierig, den Einfluss der "Cadenas" zu messen, da keine Daten vorliegen, wie viele Zuschauer die Reden des Präsidenten hören und sehen.

Schlussfolgerung

Die Daten zu den Zuschaueranteilen am venezolanischen Fernsehen widerlegen die weithin verbreitete Annahme, dass die Regierung von Chávez das Fernsehen beherrsche. Vielmehr ist das Gegenteil wahr: Der staatliche Anteil am Fernsehpublikum ist sehr klein, zur Zeit nur 5 Prozent. Private Sender beherrschen das Fernsehpublikum in überwältigendem Ausmaß.

 

Anhang: Daten zu Publikumsanteilen

Die Daten in Tabelle 1 wurden von AGB Panamericana de Venezuela Medición S.A. gesammelt, einer örtlichen Filiale von Nielsen Media Research International.

Nach Angaben von AGB wurde eine repräsentative Auswahl von 1.000 Haushalten getroffen, auf der Grundlage einer vorher durchgeführten Befragung von 10.000 Haushalten, basierend auf Zensusdaten. Diese Befragung findet alle ein bis zwei Jahre statt, entsprechend dem sozioökonomischen Wandel in der befragten Region. Kriterien für die Statistik waren sozioökonomischer Status, Geschlecht, Alter und andere Merkmale des jeweiligen Haushalts.

Für die Stichprobenerhebung werden Daten mit einer Equipment Box gesammelt, die in jedem Haushalt platziert wird. Sie misst die Minuten jedes eingeschalteten Fernsehsenders. Danach wird der Zuschaueranteil für jeden Sender bestimmt, indem man die Minuten der geschauten Sendezeit durch die der Einschaltzeit des Fernsehgeräts dividiert.

TABELLE 1: Evolution der venezolanischen Fernsehzuschaueranteile von 2000 bis 2010

Jahr Monat Private Kanäle Staatliche Kanäle
Bezahlt/ VCR/ Andere
2000 Januar 80,79% 2,04% 17,17%
  Februar 81,43% 2,21% 16,36%
  März 81,77% 2,15% 16,08%
  April 81,81% 2,16% 16,03%
  Mai 81,93% 2,14% 15,94%
  Juni 81,65% 1,99% 16,36%
  Juli 81,05% 1,89% 17,06%
  August 82,10% 1,62% 16,28%
  September 81,42% 2,97% 15,61%
  Oktober 82,00% 2,55% 15,45%
  November 83,31% 1,63% 15,06%
  Dezember 80,88% 1,65% 17,47%
2001 Januar 79,43% 1,79% 18,78%
  Februar 79,92% 1,73% 18,35%
  März 81,14% 1,57% 17,29%
  April 79,68% 1,47% 18,85%
  Mai 80,93% 1,52% 17,55%
  Juni 78,93% 1,87% 19,20%
  Juli 79,62% 1,65% 18,73%
  August 80,87% 1,84% 17,29%
  September 80,28% 1,95% 17,77%
  Oktober 79,75% 2,07% 18,18%
  November 81,46% 1,56% 16,98%
  Dezember 79,67% 2,03% 18,30%
2002 Januar 81,25% 1,67% 17,08%
  Februar 80,00% 2,12% 17,88%
  März 78,12% 1,64% 20,24%
  April 77,78% 3,43% 18,79%
  Mai 77,00% 4,10% 18,90%
  Juni 80,33% 1,97% 17,70%
  Juli 79,41% 1,73% 18,86%
  August 79,60% 2,20% 18,20%
  September 78,71% 2,00% 19,29%
  Oktober 80,18% 3,41% 16,41%
  November 80,63% 2,71% 16,66%
  Dezember 66,07% 9,66% 24,27%
2003 Januar 80,95% 6,72% 12,33%
  Februar 83,08% 5,23% 11,69%
  März 85,18% 3,57% 11,25%
  April 83,88% 3,97% 12,15%
  Mai 84,94% 3,88% 11,18%
  Juni 85,74% 4,02% 10,24%
  Juli 86,47% 2,74% 10,79%
  August 87,07% 2,70% 10,23%
  September 87,53% 2,07% 10,40%
  Oktober 87,41% 2,45% 10,14%
  November 86,43% 3,53% 10,04%
  Dezember 84,86% 3,33% 11,81%
2004 Januar 85,85% 2,52% 11,63%
  Februar 86,12% 3,97% 9,91%
  März 84,81% 4,53% 10,66%
  April 85,13% 3,61% 11,26%
  Mai 84,86% 4,96% 10,18%
  Juni 84,80% 4,93% 10,27%
  Juli 84,20% 5,04% 10,76%
  August 83,08% 6,96% 9,96%
  September 84,89% 4,70% 10,41%
  Oktober 86,16% 4,27% 9,57%
  November 85,47% 5,01% 9,52%
  Dezember 83,92% 3,66% 12,42%
2005 Januar 85,45% 3,19% 11,36%
  Februar 85,42% 4,24% 10,34%
  März 85,05% 4,11% 10,84%
  April 85,09% 4,42% 10,49%
  Mai 86,10% 3,52% 10,38%
  Juni 86,06% 3,58% 10,36%
  Juli 86,61% 3,45% 9,94%
  August 87,32% 3,25% 9,43%
  September 88,34% 2,92% 8,74%
  Oktober 86,87% 3,15% 9,98%
  November 86,39% 4,05% 9,56%
  Dezember 85,54% 3,84% 10,62%
2006 Januar 84,86% 4,14% 11,00%
  Februar 84,06% 4,71% 11,23%
  März 82,38% 5,69% 11,93%
  April 81,46% 6,23% 12,31%
  Mai 82,48% 5,28% 12,24%
  Juni 83,33% 4,73% 11,94%
  Juli 81,01% 4,56% 14,43%
  August 81,35% 4,94% 13,71%
  September 81,55% 6,11% 12,34%
  Oktober 80,96% 6,86% 12,18%
  November 80,94% 7,82% 11,24%
  Dezember 79,89% 6,67% 13,44%
2007 Januar 75,76% 5,53% 18,71%
  Februar 74,75% 6,24% 19,01%
  März 75,42% 5,84% 18,74%
  April 75,61% 5,91% 18,48%
  Mai 74,67% 6,61% 18,72%
  Juni 66,42% 7,35% 26,23%
  Juli 65,21% 5,63% 29,16%
  August 67,01% 5,63% 27,36%
  September 67,62% 5,65% 26,73%
  Oktober 67,81% 5,65% 26,54%
  November 66,49% 8,21% 25,30%
  Dezember 65,29% 8,49% 26,22%
2008 Januar 64,93% 7,14% 27,93%
  Februar 65,07% 7,22% 27,71%
  März 64,44% 7,47% 28,09%
  April 65,06% 6,53% 28,41%
  Mai 64,59% 6,12% 29,29%
  Juni 65,01% 5,37% 29,62%
  Juli 64,84% 4,95% 30,21%
  August 64,70% 4,40% 30,90%
  September 66,34% 4,65% 29,01%
  Oktober 64,27% 5,54% 30,19%
  November 64,53% 6,52% 28,95%
  Dezember 64,31% 5,59% 30,10%
2009 Januar 64,36% 5,71% 29,93%
  Februar 62,84% 8,24% 28,92%
  März 64,78% 6,94% 28,28%
  April 65,30% 6,37% 28,33%
  Mai 63,83% 6,78% 29,39%
  Juni 64,93% 5,85% 29,22%
  Juli 64,21% 6,44% 29,35%
  August 64,25% 7,21% 28,54%
  September 65,75% 6,25% 28,00%
  Oktober 65,31% 5,75% 28,94%
  November 65,05% 5,44% 29,51%
  Dezember 63,83% 5,94% 30,23%
2010 Januar 60,97% 5,13% 33,90%
  Februar 59,97% 5,63% 34,40%
  März 61,53% 5,42% 33,05%
  April 62,03% 5,15% 32,82%
  Mai 62,51% 5,26% 32,23%
  Juni 63,96% 4,39% 31,65%
  Juli 62,89% 4,83% 32,28%
  August 61,78% 5,05% 33,17%
  September 61,42% 5,44% 33,14%
Quelle: AGB Panamericana de Venezuela Medición S.A.

Tabelle 2 zeigt die privaten und staatlichen Sender in der Erhebung für die Jahre 2001-2002, 2003-2006 und 2002-2010. Der regionale Sender Catia TVe (2003-2006, 2007-2010) und der internationale Sender Telesur (2007-2010) werden bei AGB als "Staatssender" geführt. Catia TVe ist eine unabhängiger, kommunaler Sender, der weder staatlich betrieben wird noch dem Staat gegenüber verantwortlich ist. Telesur wird von den Regierungen in Argentinien, Bolivien, Ecuador, Nicaragua, Uruguay und Venezuela finanziert. Jedoch verändert die Zurechnung dieser Sender zu den "staatlichen Sendern" in den AGB Daten das Hauptergebnis dieses Berichts nicht wesentlich. Würden Sie aus dieser Kategorie herausgenommen, wäre der Zuschaueranteil des staatlichen Fernsehens sogar noch geringer als die Resultate, welche Tabelle 1 und der Text ausweisen.

TABELLE 2: Fernsehnetzwerke, Jahre 2000-2001-2002

Private Kanäle Staatliche Kanäle
RCTV National VTV National
VENEVISION National    
TELEVEN National    
GLOBOVISION Regional    
CMT Regional    
TVCOLOR Regional    
TAM Regional    
TELECENTRO Regional    
NCBRT Regional    
NCMBO Regional    
NCVC Regional    
TVS Regional    
TVO Regional    
TELECARIBE Regional    
TVZ Regional    
PUMATV Regional    
TVG Regional    
PROMAR Regional    
TRT Regional    
MERIDIANO Regional    
MARTE TV Regional    
VALE TV Regional    
GLOBAL TV Regional    
CANAL 21 Regional    
Quelle: AGB Panamericana de Venezuela Medición

TABELLE 2, fortgesetzt: Fernsehnetzwerke, Jahre 2003-2002-2006

Private Kanäle Staatliche Kanäle
RCTV National VTV National
VENEVISION National VIVE TV National
TELEVEN National CATIA TVE
Regional
GLOBOVISION Regional    
CMT Regional    
TELECENTRO Regional    
NCBRT Regional    
NCMBO Regional    
NCVC Regional    
TVS Regional    
TELECARIBE Regional    
TVZ Regional    
PUMATV Regional    
PROMAR Regional    
MERIDIANO Regional    
LA TELE Regional    
VALE TV Regional    
DAT TV Regional    
GLOBAL TV Regional    
LA SIMON Regional    
TV FAMILIA Regional    
URBE TV Regional    
ORBIVISION Regional    
Quelle: AGB Panamericana de Venezuela Medición

TABELLE 2, fortgesetzt: Fernsehnetzwerke, Jahre 2007-2002-2010

Private Kanäle Staatliche Kanäle
RCTV National VTV National
VENEVISION National TVES National
TELEVEN National TELESUR National
GLOBOVISION Regional VIVE TV National
CMT Regional CATIA TVE
Regional
TELECENTRO Regional ANTV Paid TV
NCBRT Regional    
NCMBO Regional    
NCVC Regional    
TVS Regional    
TELECARIBE Regional    
TVZ Regional    
PUMATV Regional    
PROMAR Regional    
MERIDIANO Regional    
LA TELE Regional    
VALE TV Regional    
DAT TV Regional    
GLOBAL TV Regional    
LA SIMON Regional    
TV FAMILIA Regional    
URBE TV Regional    
CANAL I Regional    
COLOR TV Regional    
CUMBRE TV Regional    
PROCLAMACION Regional    
ORINOCO Regional    
SOMOS TV Regional    
TELECOLOR Regional    
TVG Regional    
TVO Regional    
V+TV Regional    
Quelle: AGB Panamericana de Venezuela Medición

 

 


Mark Weisbrot ist Ökonom und Co-Direktor des Zentrums für Ökonomische und Politische Studien (CEPR) in Washington, D.C.

Tara Ruttenberg ist Forscherin bei CEPR.

 

Dieser Artikel wurde ursprünglich im Dezember 2010 unter einer Creative Commons-Lizenz (by-nc-sa) von CEPR publiziert. (Spanischsprachige Version)

  • 1. Jackson Diehl. "Is Hugo Chávez a Real Threat to the US?" Washington Post. 27.09.2010
  • 2. CNN. May 29, 2007 Show: Your World Today
  • 3. Venezuela: Democracy on the Edge. Ideas in Action (PBS). 14.11.2010
  • 4. Es gibt eine Ausnahme: ANTV ist ein kostenpflichtiger staatlicher Sender. (Anmerkung amerika21: Inzwischen ist ANTV auch über Antenne zu empfangen)
  • 5. Vgl. Weisbrot, 2008. "Inter-American Press Association Shouldn’t Pursue Partisan Agenda in Venezuela”. Editor and Publisher. Januar 7. "Zum Beispiel entschied Sinclair Broadcast Group in Maryland, Besitzer der größten Kette von TV-Stationen in den USA, einen Film zu senden, in welchem der Kandidat John Kerry beschuldigt wurde, amerikanische Gefangene in Vietnam zu verraten. Neunzehn Senatoren der Demokratischen Partei schickten einen Brief an die US Federal Communications Commission und forderten eine Untersuchung. Einige erklärten öffentlich, Sinclairs Sendelizenz sei gefährdet, wenn der Film gesendet werde. Sinclair gab nach und sendete den Film nicht."
  • 6. "Das Meinungsforschungsinstitut Datanálisis fand heraus, dass fast 70 Prozent der Venezolaner gegen die Schließung des Senders waren, aber die meisten nannten als Grund den Verlust ihrer beliebtesten Seifenopern, nicht Bedenken wegen der Begrenzung von Meinungsfreiheit." Ellsworth, Brian und Christian Oliver. "Venezuela Replaces Opposition TV with State Network." Reuters. 28.05.2007
  • 7. Mediatrie. http://www.mediatrie.fr
  • 8. Broadcasting Audience Research Board (BARB). http://www.barb.co.uk/graph/viewingShare?_s=4
  • 9. "Poll: Chávez Has Big Lead before Venezuela Vote."  Associated Press.  November 24, 2006.
  • 10. Vgl. Informe Final de la Misión de Observación Electoral de la OEA Sobre Las Elecciones Presidenciales Celebradas en Venezuela el 3 de Diciembre de 2006. Organization of American States, CP/dec.4339/08. 10.09.2008. aceproject.org/regions-en/countries-and-territories/VE
  • 11. Dieser Bericht konzentriert sich zwar auf das Fernsehen, aber es gibt keinen Grund für die Annahme, dass die Berücksichtigung von Radio und Zeitungen das Bild verändern würde. Zum Beispiel sind nach Angaben von CONATEL nur 14 Prozent der Radiostationen in Staatshand (70 von insgesamt 494 Radiostationen). Die Daten von CONATEL sind nachzulesen in "Situación actual de los servicios de radiofusión Sonora, TV abierta y por suscripción". Power Point Präsentation, Nationale Telekommunikations-Kommission der Bolivarianischen Republik Venezuela (CONATEL), 2009. Es gibt keine zuverlässigen Daten für Publikumsanteile bei Radio und Zeitungen, doch ist unwahrscheinlich, dass diese Medien sich in ihrem Publikum wesentlich unterscheiden und die Medienwelt verändern würden, welche vom privaten Fernsehen dominiert werden. Tatsächlich präsentieren Radio und Zeitungen anteilmäßig viel schärferes Material gegen die Regierung als die meisten der privaten Fernsehsender.
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