Zwölf Exekutionen innerhalb von 48 Stunden in Oaxaca

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Vertreter der Organisation Comuna Oaxaca fordern die Einsetzung einer Wahrheitskommission
Vertreter der Organisation Comuna Oaxaca fordern die Einsetzung einer Wahrheitskommission

Oaxaca, Mexiko. Im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca wurden Ende vergangener Woche zwölf extralegale Hinrichtungen verübt.Unter den Opfern befanden sich der ehemalige politische Gefangene Ignacio García Maldonado und sein Begleiter, zwei Angehörige der als paramilitärische Organisation betrachteten "Bewegung zur Vereinigung des Kampfes der Triqui" (MULT), ein Holzunternehmer in Oaxaca-Stadt, sechs Personen in der Konfliktzone San Miguel Soyaltepec sowie der Bruder des Munizipalpräsidenten von San Agustín Loxicha, einem Landkreis mit einer langen Geschichte von Menschenrechtsverletzungen.

Angesichts der Häufung der Gewaltakte wirft die Nichtregierungsorganisation EDUCA die Frage auf, wem eine solche Situation nützt. Im Jahr 2010, vier Jahre nach dem sozialen Aufstand in Oaxaca, der 2006 die Schlagzeilen beherrschte, wurde dort die regierende Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) von einem Oppositionsbündnis abgelöst. Auf Bundesebene kehrte die PRI Ende 2012 an die Macht zurück. Die jüngsten Morde könnten Teil einer Kampagne zur politischen Destabilisierung sein. Es liege auf der Hand, wer daraus Nutzen ziehen dürfte, denn 2016 stehen die nächsten Gouverneurswahlen an. EDUCA fordert deshalb alle sozialen Kräfte des Bundesstaates auf, sich zu artikulieren, um eine gesellschaftliche Übereinkunft zu schaffen, mit der der demokratische Übergang vor den "dunklen Kräften, die vor nichts zurück schrecken, gerettet werden kann."

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