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22.04.2014 Kuba / Medien / Politik

Weitere Internet-Projekte zur Destabilisierung Kubas

Sollte Proteste und politische Destabilisierung in Kuba befördern: das "soziale Netzwerk" ZunZuneo

Sollte Proteste und politische Destabilisierung in Kuba befördern: das "soziale Netzwerk" ZunZuneo

Havanna. Nach den Enthüllungen über das von den USA in Kuba errichtete und finanzierte soziale Netzwerk "ZunZuneo" hat die Regierung des sozialistischen Karibikstaates auf weitere ähnliche Projekte hingewiesen.

Auf einer Pressekonferenz in Havanna berichtete Daniel Ramos, Geschäftsführer der staatlichen Telekommunikationsfirma Etecsa, dass auch andere Internetprojekte wie "Piramideo", "Martí Noticias", "Diario de Cuba" und "Cubasincensura" täglich Spam-Mails, ähnlich derer von ZunZuneo, verschickten. So seien etwa bei einem Friedenskonzert in Havanna im Jahr 2009 über 300.000 Mails versendet worden. Solche Auslastungen schadeten dem kubanischen Mobilfunknetz, dessen Qualität stark darunter leide. Der kubanische Kommunikationsexperte Carlos del Porto versicherte jedoch, dass Kuba weiterhin Verbesserungen im Ausbau und Service des Netzes vornehmen wird.

Das soziale Netzwerk "ZunZuneo" sammelte Nutzerdaten und sollte Proteste und politische Destabilisierung in dem Land befördern. Das von der US-Agentur für internationale Entwicklung (USAID) errichtete Twitter-Äquivalent wurde 2010 ins Leben gerufen und größtenteils durch geheime Fonds und ausländische Banken finanziert, um jegliche Verbindung zur US-Regierung zu verschleiern. "ZunZuneo" oder "Cuban Twitter", das zeitweise bis zu 40.000 Kubaner nutzten, wurde ebenfalls verwendet, um weitläufige Datenbanken anzulegen. Dabei wurde auch gegen den Datenschutz anderer Länder wie Spanien, Irland, Großbritannien, Nicaragua, Costa Rica und der Cayman-Inseln verstoßen, da die meisten Transaktionen über diese Länder geführt wurden.

Indes haben die Länder des Regionalbündnisses ALBA in einer gemeinsamen Erklärung das "ZunZuneo"-Projekt verurteilt. Es handele sich dabei "um einen neuen subversiven, interventionistischen und illegalen Plan gegen unsere Völker, der in flagranter Weise das internationale Recht und die Souveränität Kubas verletzt hat". Das Bündnis fordert ein sofortiges Ende derartiger illegaler Aktionen. Die internationale Zusammenarbeit sei der einzige Weg für eine friedliche und legitime Nutzung der neuen Technologien im Hinblick auf die Entwicklung und das Wohl der Völker, heißt es in dem Dokument weiter.

Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) hatte am 4. April dieses geheime Projekt der USA gegen Kuba aufgedeckt.

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