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US-Blockade trifft Kultur- und Reisesektor in Europa

Bezahldienst Paypal sperrt erneut Konto von Musikband, die Geld für Kulturprojekte auf Kuba sammelt. Auch Banken und Reiseunternehmen betroffen

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Matthias Arnd von COR im Interview mit Russia Today
Matthias Arnd von COR im Interview mit Russia Today

Havanna. Trotz der wiederholten internationalen Kritik an der US-Blockade gegen Kuba sind wieder aktuelle Fälle bekannt geworden, in denen Akteure aus Drittstaaten davon betroffen wurden. Erneut trifft es die Heavy-Metal-Gruppe COR aus Rügen. Sie hatte Spenden für kulturelle Projekte in Kuba gesammelt, wo die Band demnächst eine Rundreise durchführt. Der Internetbezahldienst Paypal hat das entsprechende Konto der Band eingefroren und das Geld an die Einzahler zurückgezahlt. Das Bandmitglied Matthias Arnd zeigt sich im Gespräch mit dem russischen Nachrichtensender Russia Today (RT) verständnislos. Er kann nicht nachvollziehen, wie es möglich ist, dass Kulturprojekte in Kuba von der Blockade betroffen seien. Die Band will jetzt Musikinstrumente mit nach Kuba nehmen.

Das Reiseunternehmen CWT B.V. mit Sitz in Holland ist indes von der zuständigen Stelle in den USA zu einer Strafe von 5,9 Millionen Dollar wegen Verstoßes gegen die Blockade verurteilt worden. Dem Reisebüro wird vorgeworfen, zwischen 2006 und 2012 45.000 Passagiere nach Kuba transportiert zu haben. Da das Unternehmen Investitionen aus den USA erhalten habe, falle es unter die Blockaderegelungen, so die Begründung.

Wie der Sender Russia Today berichtete, sind immer wieder Unternehmen von den Strafen der USA betroffen. So wurden gegen verschiedene Banken Bußen verhängt. Die Credit Suisse etwa musste 536 Millionen Dollar bezahlen, die RBS 100 Millionen, die HSBC 665 Millionen und die ING 619 Millionen.

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Die Strafen werden vor allem im Bank- und Tourismussektor verhängt. Damit soll offenbar die Wirtschaft der Insel geschwächt werden.

Kürzlich hatte sich der französische Außenminister Laurent Fabius in Kuba gegen die Wirtschaftssanktionen der USA ausgesprochen. Auch die UN-Vollversammlung hat sich mit nur einzelnen Gegenstimmen immer wieder gegen die Sanktionsgesetze der USA ausgesprochen. Trotz der Blockade verfügt Kuba über internationale Wirtschaftsbeziehungen, die in jüngster Zeit ausgebaut wurden. Wie Frankreich will auch die Europäische Union die wirtschaftlichen Beziehungen zu Kuba wieder aufnehmen.

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