Proteste nach Rauswurf von Linken aus Parlament in Honduras

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Proteste von LIBRE-Anhängern in Honduras vor einigen Monaten
Proteste von LIBRE-Anhängern in Honduras vor einigen Monaten

Tegucigalpa. Aktivisten der linksgerichteten Partei LIBRE in Honduras haben zu Protesten aufgerufen, nachdem die Abgeordneten der Gruppierung von der Militärpolizei gewaltsam aus dem Kongress entfernt worden sind. Der Konflikt zwischen der Partei LIBRE und der amtierenden Regierung war eskaliert, nachdem der Parteivorsitzende Manuel Zelaya, Abgeordnete und Aktivisten am Dienstag im Parlament gegen die Staatsführung protestiert hatte. Diese komme ihrem Versprechen nicht nach, die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten, hieß es von ihrer Seite. Einen Tag zuvor war ein Vertreter der Linkspartei im Rathaus von Tegucigalpa bei einem Schusswaffenangriff verletzt worden.

Nachdem die Militärpolizei die linken Abgeordneten und ihre Unterstützer unter Gewaltanwendung aus dem Parlament entfernt hatten, kam es in den Straßen der Hauptstadt zu Auseinandersetzungen zwischen ihnen und Mitgliedern der bewaffneten Organe des Staates. An den Demonstrationen nahm auch Manuel Zelaya teil, der 2009 als Präsident Opfer eines zivil-militärischen Putsches geworden war.

Über den Kurznachrichtendienst Twitter schrieb der Politiker: "Die Diktatur wird fallen. Wir wollen Demokratie und Frieden, keinen Betrug." Die Freiheit und die Menschenrechte seien von der Bevölkerung erkämpfte Errungenschaften, "die wir nicht aufgeben werden", so Zelaya.

Die Polizei begründete ihr Vorgehen im Kongress indes mit angeblichen Verwüstungen, die von den LIBRE-Abgeordneten und Anhängern der Partei im Nationalkongress verursacht worden seien. Die Anhänger des 2009 gestürzten Präsidenten kündigten indes weitere Proteste an.

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