Venezuela / Soziales

Wohnraum für rund 30.000 Familien in der Hauptstadt von Venezuela

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Übergabe rollstuhlgerechter Wohnungen in San Agustín
Übergabe rollstuhlgerechter Wohnungen in San Agustín

Caracas. Insgesamt 29.955 Familien haben nach Angaben von Wohnungsbauminister Ricardo Molina in der venezolanischen Hauptstadt Caracas im Rahmen des staatlichen Programms "Gran Misión Vivienda" neue Wohnungen erhalten. Bei der Übergabe von 84 Wohnungen im Bezirk Antímano im Westen von Caracas am vergangenen Freitag sagte der Minister, in der Hauptstadt seien derzeit 13.968 weitere im Bau.

Die Neubauten in Antímano wurden laut Verkehrsminister Haiman El Troudi, der bei dem feierlichen Akt ebenfalls anwesend war, auf zwölf Hektar Boden errichtet, die der Metro von Caracas gehören und vor Beginn der Amtszeit der "bolivarischen" Regierung in Privatbesitz waren.

Mehrere der 84 Familien, die in dem neuen Gebäude eingezogen sind, haben ein Familienmitglied mit Behinderung und wurden daher bevorzugt behandelt. Ebenfalls im Rahmen der "Gran Misión Vivienda" wurden in der Neubausiedlung Roca Tarpeya in San Agustín im Hauptstadtbezirk Libertador am vergangenen Donnerstag 17 rollstuhlgerechte Wohnungen an Menschen mit Gehbehinderungen übergeben.

Das Regierungsprogramm "Gran Misión Vivienda" wurde im Herbst 2011 vom damaligen Präsidenten Hugo Chávez initiiert. In Venezuela herrscht aufgrund hoher Immobilienpreise und Mieten sowie prekärer Wohnverhältnisse in den Armenvierteln große Wohnungsnot. Die neu gebauten Häuser waren zunächst vorrangig für die von den starken Regenfällen in den Jahren 2010 und 2011 betroffenen Familien bestimmt, die in Notunterkünften untergebracht werden mussten.

Anfang Juni hatte die Regierung Bilanz gezogen: Seit Beginn der "Gran Misión Vivienda" wurden demnach 574.000 Wohnungen gebaut, rund 235.000 weitere seien im Bau. Bis Ende 2019 sollen insgesamt drei Millionen neue Wohneinheiten zur Verfügung stehen. Die Regierung bemühe sich, 400.000 pro Jahr zu bauen. Dafür müssten jedoch die Produktionskapazitäten im Land erhöht werden, so Minister Molina.

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