Venezuela / USA / Kanada

Venezuela und USA mit neuen Geschäftsträgern, Kritik an Kanada

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Die US-Botschaft in Caracas
Die US-Botschaft in Caracas

Caracas/Washington. Die Regierungen von Venezuela und den USA haben bekanntgegeben, Geschäftsträger in die jeweiligen Botschaften in Caracas und Washington zu entsenden. Medien in Lateinamerika und den USA interpretierten den Schritt als erneuten Versuch der Annäherung im angespannten Verhältnis beider Staaten. Venezuela und die USA verfügen seit dem Jahr 2010 nicht mehr über Botschafter im jeweils anderen Land. Die venezolanische Regierung hat Diplomaten der US-Botschaft mehrfach vorgeworfen, in oppositionelle oder gar geheimdienstliche Pläne zum Sturz der linken Staatsführung verwickelt gewesen zu sein.

Am Montag hatte US-Außenamtssprecherin Jen Psaki die Entsendung von Geschäftsträgern bestätigt. Ein Geschäftsträger hat im Völkerrecht nicht den Status eines Botschafters oder eines Gesandten, nimmt de facto aber deren Aufgaben wahr. Der nun bekanntgegebene Schritt folgt nur wenige Tage nach einer versöhnlichen Grußnote von US-Außenminister John Kerry zum Unabhängigkeitstag Venezuelas.

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Nach den nun bekannt gewordenen Informationen werden die USA den Diplomaten Lee McClenny nach Caracas entsenden. Außenamtssprecherin Psaki machte allerdings keine Angaben zum Zeitpunkt der Entsendung. Venezuela indes wird Maximilien Sánchez Arveláiz in die US-Hauptstadt versetzen. Sánchez Arveláiz war ein enger Vertrauter des 2013 verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez und wird am Donnerstag in Begleitung von Venezuelas Außenminister Elías Jaua zu einem Treffen der Organisation Amerikanischer Staaten in Washington eintreffen.

Für Verstimmungen sorgten indes Meldungen, nach denen die kanadische Botschaft in Venezuela die Kontakte zu Oppositionsgruppen ausgebaut hat. Der Journalist und ehemalige Politiker José Vicente Rangel erklärte im venezolanischen Fernsehen unter Berufung auf geheimdienstliche Quellen, dass über die kanadische Botschaft Spione in das Land geschleust worden seien, um Pläne zur Destabilisierung voranzutreiben.

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