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23.07.2014 Kolumbien / Politik

Kolumbianische Paramilitärs von US-Terrorliste gestrichen

Ehemalige Paramilitärs der Selbstverteidigungsgruppen Kolumbiens (AUC)

Ehemalige Paramilitärs der Selbstverteidigungsgruppen Kolumbiens (AUC)

Washington. Das Außenministerium der USA hat die paramilitärischen "Selbstverteidigungsgruppen Kolumbiens" (AUC) aus seiner Liste der Terrororganisationen entfernt. Darauf war diese Organisation im Jahr 2001 - fünf Jahre vor ihrer Demobilisierung - gesetzt worden. Laut dem US-amerikanischen Außenminister John Kerry hätten sich die Bedingungen geändert, die die damalige Entscheidung motivierten.

Eine Sprecherin des Außenministeriums teilte zudem mit, dass "die kriminellen Banden", die nach der Auflösung der AUC entstanden sind, "weder die Struktur, noch die politischen Ziele und die Kapazität" hätten, um Terroraktionen durchzuführen, so die Nachrichtenagentur AP.

Dem stehen jedoch offizielle Mitteilungen von paramilitärischen Strukturen wie den "Autodefensas Gaitanistas de Colombia“ AGC (Selbstverteidigungsgruppen Kolumbiens zu Ehren von Gaitán) entgegen. Das kolumbianische Online-Medium Pulzo weist darauf hin, dass die auch als "Urabeños" bekannten AGC sich explizit zu ihrer Wiederbewaffnung bekannt haben und dies damit begründen, dass die Regierung die Garantien zur Entwaffnung der AUC, der sie früher angehört hätten, nicht eingehalten habe.

Ähnlich wie die damaligen Gründer der AUC argumentieren die Paramilitärs der AGC jetzt, dass sie sich infolge der "Passivität" und "Unterlassung" des Staates gegenüber Teilen der Bevölkerung bewaffnen mussten. Diese hätten die Paramilitärs darum gebeten, sie nicht "in den Händen von gewalttätigen Gruppen" zu lassen. Über diese Verlautbarungen berichtet auch das Portal Verdad Abierta.

Das US-Außenministeriums erklärte weiter, dass die Bezeichnung der AUC als Terrorgruppe zuletzt im Jahr 2009 bestätigt wurde, als noch nicht klar gewesen sei, ob deren 31.000 demobilisierten Mitglieder die paramilitärische Organisation wieder aufbauen würden oder nicht.

Die neuen paramilitärischen Gruppen, die von der Regierung als "kriminelle Banden" (Bacrim) bezeichnet werden, bestehen nach offiziellen Angaben aus mindestens 4.000 bewaffneten Personen und werden von verschiedenen Menschenrechtsorganisationen als Hauptverantwortliche für schwere Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien bezeichnet.

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