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Internationale Künstler fordern Handeln gegen "Völkermord" in Gaza

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Schauspieler und Regisseur Javier Bardem kritisiert das Vorgehen der israelischen Regierung als "Völkermord"
Schauspieler und Regisseur Javier Bardem kritisiert das Vorgehen der israelischen Regierung als "Völkermord"

Madrid, Jerusalem. Eine Gruppe spanischsprachiger Künstler hat einen Aufruf veröffentlicht, mit dem sie die Europäische Union auffordern, sofort geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen zu beenden.

In ihrer Erklärung benennt die Gruppe, die von spanischen Hollywood-Stars wie Penélope Cruz, Pedro Almodóvar und Javier Bardem angeführt wird, die israelische Regierung als die Hauptverantwortliche für die gegenwärtige Eskalation. "Der Auslöser für die Gewalt ist die israelische Besatzung", heißt es darin. Anstatt sich auf die Grenzen von 1967 zurückzuziehen, treibe Israel die Landnahme weiter voran und dringe in die palästinensischen Gebiete ein. Nach Ansicht der Autoren ist Israel das Land, das am häufigsten UN-Resolutionen ignoriert und zudem "Besatzung und Formen des Staatsterrorismus" praktiziert.

Die Verfasser versammeln sich unter sieben Forderungen. Sie verlangen von der spanischen Regierung, dass sie den Botschafter aus Israel zurückzieht und fordern die Europäische Union auf, den israelischen Militäreinsatz zu verurteilen. Neben einem sofortigen Waffenstillstand verlangen die Künstler von Israel, dass es die Blockade aller palästinensischen Gebiete aufhebt und die Bevölkerung für die erlittenen Schäden entschädigt.

Der Aufruf fand vor allem in der spanischsprachigen Presse in Europa und Lateinamerika ein breites Echo. Besonders der Schauspieler und Regisseur Javier Bardem, dessen halbe Familie zu den Unterzeichnern gehört, hatte in den vergangenen Tagen mit öffentlicher Kritik am israelischen Vorgehen für Aufmerksamkeit gesorgt. "Der Horror, der in Gaza abläuft, verlangt weder Distanz noch Neutralität", so Bardem in einem offenen Brief, in dem er die "westliche Haltung, die einen Völkermord erlaubt" als beschämend bezeichnet.

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