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21.08.2014 Brasilien / Politik

Marina Silva kandidiert bei Präsidentschaftswahl in Brasilien

Die Präsidentschaftskandidatin der Sozialistischen Partei Brasiliens (PSB), Marina Silva

Die Präsidentschaftskandidatin der Sozialistischen Partei Brasiliens (PSB), Marina Silva

Quelle: pnuma.org

Río de Janeiro. Nach dem Tod des Präsidentschaftskandidaten der Sozialistischen Partei Brasiliens (PSB) Eduardo Campos (amerika21 berichtete) hat die Parteiführung am gestrigen Mittwoch Marina Silva offiziell als Kandidatin nominiert. Sie war bislang als Vize-Präsidentschaftskandidatin vorgesehen.

Bei den Wahlen im Jahre 2010 trat die 56-jährige für die Grüne Partei (PV) an und erzielte mit 19 Prozent der Stimmen einen überraschenden dritten Platz. Im Jahr 2013 gründete die Umweltschützerin mit dem "Rede Sustentabilidade" (etwa: Nachhaltigkeitsnetzwerk) ihre eigene Partei. Diese scheiterte aber aufgrund von fehlenden Unterschriften an der Zulassung für die am 5. Oktober stattfindende Präsidentschaftswahl 2014.

Eine am Montag vom Statistikinstitut Datafolha veröffentlichte Umfrage zeigt, dass Silva mit 21 Prozent den Kandidaten der rechtskonservativen PSDB Aécio Neves eingeholt hat. Dieser liegt weiterhin bei 20 Prozent der Stimmen. Präsidentin Dilma Rousseff führt die Umfragewerte mit 36 Prozent an. Die Veröffentlichung zeigt auch den leichten Vorsprung Silvas gegenüber Rousseff in einem möglichen zweiten Wahlgang.

Die evangelikale Silva sorgte unlängst mit der Verteidigung von Marcos Feliciano für Aufregung. Der 42-jährige Pastor und Politiker wurde im vergangenen Jahr trotz heftiger Proteste zum Vorsitzenden des Parlamentsausschusses für Menschenrechtsfragen und Minderheiten gewählt. Immer wieder äußerte sich der radikale Abtreibungsgegner, der Homosexualität als Krankheit betrachtet, in der Vergangenheit auf homophobe und rassistische Weise. Silva bezeichnete die Kritik an Feliciano als "ungerechtes Spiel". "Heute wird versucht, die Vorurteile gegenüber Homosexuellen durch Vorurteile gegenüber Evangelikalen zu ersetzen", sagte sie vergangene Woche bei einer öffentlichen Diskussion mit Studenten der UNICAP in der Stadt Recife.

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