Honduras / Politik

Ex-Polizist deckt Vorgehen von Todeschwadronen in Honduras auf

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Angehörige der Nationalpolizei von Honduras
Angehörige der Nationalpolizei von Honduras

Tegucigalpa. Der Ex-Mitarbeiter der Nationalpolizei von Honduras, Romero Ellner, hat die Arbeitsweisen von Todesschwadronen innerhalb dieser Sicherheitsbehörde offengelegt. Dies gab der Direktor des Rundfunksenders Radio Globo, David Romero bekannt. Er bezog sich auf ihm vorliegende Dokumente, die hohe Funktionäre verschiedener Sicherheitsbehörden belasten.

Ellner, Romeros Informant, hatte für mehrere Jahre bei der Ermittlungsabteilung gearbeitet und versichert, über die von ihm genannten Vorgänge Bescheid zu wissen, da er bei jedem von ihnen persönlich beteiligt war.

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Er berichtete detailliert über sechs Fälle von Verfolgung, Entführung und Tötung. Darunter befindet sich die Operation zur Befreiung einer Geisel in Copán, einem Bezirk im Westen des Landes, In die Ex-Polizeidirektor Juan Carlos "Tigre" Bonilla, Kommissar Zavala Vasquez und ein weiterer Beamter namens Turcios Andrade eingebunden waren. Sie endete mit der gezielten Erschießung der Entführer in einer für Polizei und Geisel ungefährlichen Situation.

In einem weiteren von Ellner geschilderten Fall geht es um die Entführung einer Frau in Begleitung eines Minderjährigen in Cabañas, einem Stadtviertel der Großstadt San Pedro Sula. Sie wurde mit der Genehmigung des ehemaligen Polizeichefs Héctor Iván Mejía in drei verschiedenen Autos verschleppt. An diesem Vorfall waren folgende weitere Personen direkt beteiligt: Der Chef der Anti-Entführungs-Spezialeinheit (GEAS) Turcios Andrade, ein weiterer hoher Funktionär namens Zavala und 16 weitere Beamte. Ellner führte aus, die Frau sei in ein Versteck im exklusiven Stadtviertel Trejo gebracht und dort für 48 Stunden verhört worden. Danach habe man sie erwürgt und verschwinden lassen.

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