Paraguay / Politik / Wirtschaft

Politiker in Paraguay in Drogenhandel verwickelt

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Titelseite der Website von Última Hora (Screenshot)
Titelseite der Website von Última Hora (Screenshot)

Asunción. Senatoren und Parlamentsabgeordnete der traditionellen politischen Parteien Paraguays sind in einem Bericht der Zeitung Última Hora (UH) am Sonntag direkter Verbindungen zu Drogenkartellen beschuldigt worden.

Mit Fotos und Hintergrundinformationen der namentlich genannten Personen auf ihrer Titelseite publizierte UH einen investigativen Bericht, in dem Parlamentariern und Politikern der regierenden Colorado-Partei und der Liberalen Partei vorgeworfen wird, direkt oder indirekt am Kokain- und Marihuana-Handel beteiligt zu sein. Es handelt sich um fünf Abgeordnete und eine Ex-Parlamentarierin der Colorado-Partei sowie um einen Senator und einen Provinzgouverneur der Liberalen Partei.

In dem Bericht wird unter anderem darauf hingewiesen, dass der Colorado-Abgeordnete Marcial Lezcano als seinen Stellvertreter auf der Liste der Parlamentarier den Drogenbaron Carlos Rubén Sánchez hatte, der in Brasilien gesucht wird. Der Bruder von Lezcano sei außerdem dieses Jahr sieben Monate im Gefängnis gewesen, weil er im Besitz von flüssigem Kokain für den Versand nach Europa war.

Bei einer Durchsuchung der Villa eines Bruders des Parlamentariers Fredy D'Eclessis wurden 195 Kilo Kokain gefunden und die stellvertretende Abgeordnete Perla Vazquez beschuldigte ihren Kollegen von der Colorado-Partei, unter einem Pseudonym auf einer Verteilerliste der Drogenhändler zu stehen, heißt es in der Reportage weiter.

Última Hora, eine der größten Zeitungen des Landes, bringt außerdem die Familie des Abgeordneten Carlos Maggi von der regierende Colorado-Partei mit dem Drogenhandel in Verbindung. Eine Ladung von 311 Kilo Kokain, ein Flugzeug und ein Boot seien am Wohnort seines Vaters, einem ehemaligen General der Armee, beschlagnahmt worden.

Auch die Angehörige der Colorado-Parteispitze, Cristina Kuba, sei in Drogengeschäfte verwickelt, so UH. Auftragsmörder hätten einen ihrer Söhne getötet, ein anderer Sohn sitzt wegen Besitzes von 195 Kilo Kokain im Gefängnis und ihr Ehemann, laut der Zeitung ein Rechtsanwalt der Drogenmafia, kam ebenfalls gewaltsam zu Tode.

Erwähnt wird in dem Bericht auch der Zusammenstoß zwischen Senator Robert Acevedo und dem Gouverneur von Amambay, Pedro González, die sich gegenseitig beschuldigten, die mächtigsten Mafiosi zu schützen. Ersterer war mit dem mutmaßlichen Drogenboss Jarvis Giménes Pavao fotografiert worden. Auf González wurde im Jahr 2010 ein Anschlag verübt, bei dem es um eine Abrechnung zwischen Mafiagruppen gegangen sei, schließt der Bericht von Última Hora.

Die rechtskonservative Colorado-Partei regierte Paraguay bis 2008 ununterbrochen für 61 Jahre, darunter 35 Jahre unter Diktator Alfredo Stroessner. Am 15. August 2013 trat der Unternehmer und Multimillionär Cartes von der Colorado-Partei das Präsidentschaftsamt an.

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