Uruguay / Politik

Wahlkampf in Uruguay beendet

Präsidentschafts- und Parlamentswahlen finden am 26. Oktober statt. Umfragen sehen Tabaré Vázquez von der regierenden Frente Amplio vorn

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Der Kandidat der regierenden Frente Amplio, Tabaré Vázquez, liegt in den Umfragen vorn
Der Kandidat der regierenden Frente Amplio, Tabaré Vázquez, liegt in den Umfragen vorn

Montevideo. In Uruguay werden am kommenden Sonntag im ganzen Land die Wahllokale geöffnet, um den Nachfolger von José Mujica im Präsidentenamt sowie 30 Senatoren und 99 Abgeordnete für das Repräsentantenhaus zu bestimmen. An einer Kundgebung vor dem Parlament zum Abschluss der Wahlkampagne beteilten sich am vergangenen Dienstag tausende Anhänger der regierenden Frente Amplio.

Die Meinungsforschungsinstitute Interconsult und Radar haben vergangenen Donnerstag ihre letzten Umfrageergebnisse veröffentlicht. Die Zahlen fallen in beiden Umfragen ähnlich aus. Demnach soll der Kandidat des regierende Mitte-Links-Bündnisses, Tabaré Vázquez, 42 beziehungsweise 43,5 Prozent der Stimmen erhalten. Die Nationale Partei mit ihrem Kandidaten Luis Lacalle Pou folgt mit 30,4 und 31 Prozent. Die Colorado-Partei, mit Pedro Bordaberry als Kandidat, liegt bei 13 beziehungsweise 18 Prozent der Stimmen. Zudem haben kleinere Parteien mehr Stimmen erhalten. Die sozialdemokratische Unabhängige Partei gewänne sogar einen Sitz im Senat.

Da allen Prognosen nach im ersten Wahlgang keiner der Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten wird, ist eine Stichwahl zwischen den beiden stärksten Kandidaten am 30. November wahrscheinlich.

Der Kandidat der regierenden Frente Amplio, Tabaré Vázquez, hat das Land schon einmal von 2005 bis 2010 regiert. Während seines ersten Mandats hat er Uruguays Wirtschaft gestärkt, sowie erfolgreich Maßnahmen zur sozialen Sicherheit durchgeführt und die Gehälter im Bildungswesen angehoben. Kritik, auch aus der eigenen Partei, hat ihm sein Veto gegen das Abtreibungsgesetz eingebracht.

Vásquez dürfte von der großen Beliebtheit des amtierenden Präsidenten José Mujica sowie einer erfolgreichen Wirtschafts- und Sozialpolitik von zwei Legislaturperioden der Frente Amplio profitieren. Mujica hat sich durch Maßnahmen wie die Legalisierung von Abtreibung, der Homo-Ehe und dem Cannabishandel als sozialer Pragmatiker ausgezeichnet. Mujica selbst sieht als größte Errungenschaften seiner Regierungszeit die Öffnung und bessere internationale Vernetzung Uruguays. Bei den Wahlen am 26. Oktober kandidiert er für den Senat.

Der aussichtsreichste Kandidat der Opposition, der 41-jährige Luis Lacalle Pou, Sohn des ehemaligen konservativen Präsidenten Luis Alberto Lacalle, trat an, die uruguayische Rechte zu "erneuern". Seine Nationale Partei, in der er sich gegen einen erfahreneren Mitbewerber überraschend durchsetzte, präsentiert mit ihm den jüngsten Kandidaten. Seine Programmatik verfolgt eine Verringerung der "Einmischung" des Staates in die Wirtschaft. Die Wahlkampagne von Lacalle Pou vermied jede Konfrontierung mit dem Rivalen von der Frente Amplio. Slogans wie "Wir sind das Heute" und "Jetzt regieren und gut regieren" zielten auf Jugendlichkeit und Aufbruch.

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