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Klage gegen Chevron beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag

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Vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag wurde Klage gegen Chevron-Generaldirektor John Watson wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingereicht
Vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag wurde Klage gegen Chevron-Generaldirektor John Watson wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingereicht

Den Haag. Eine Gruppe Indigener aus Ecuador hat in der vergangenen Woche beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag eine Klage gegen das US-Unternehmen Chevron eingereicht.

Die Kläger beschuldigen den Konzern und seinen Generaldirektor John Watson, zwischen 1964 und 1992 Flüsse in der nördlichen Region des Amazonas Gebietes verseucht und damit neben der Umweltverschmutzung gesundheitliche Schäden bei der ansässigen Bevölkerung verursacht zu haben. Der Anwalt der Indigenen, Pablo Farjado, erläuterte gegenüber dem lateinamerikanischen Nachrichtensender Telesur: "Wir haben die Klage gegen Herrn Watson eingereicht, weil er verantwortlich für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist, die bisher nicht bestraft worden sind."

Im Jahr 2011 hatte ein ecuadorianisches Gericht Chevron-Texaco nach einem 20-jährigen Rechtsstreit zur Zahlung von 18 Milliarden US-Dollar Schadensersatz verurteilt. Später reduzierte ein höheres Gericht die Strafe auf 9,5 Milliarden. Der US-Konzern erkennt dieses Urteil nicht an und hat im Gegenzug die Regierung Ecuadors wegen Verstoßes gegen das bilaterale Investitionsschutzabkommen zwischen den USA und Ecuador verklagt. Zuletzt hatte das Schiedsgericht in den Niederlanden der Klage von Chevron-Texaco Recht gegeben und Ecuador zu einer Zahlung von 77 Millionen US-Dollar verurteilt.

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