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Estela de Carlotto fordert Unterstützung von Spanien

Die Präsidentin der Großmütter des Plaza de Mayo, Estela de Carlotto

Die Präsidentin der Großmütter des Plaza de Mayo, Estela de Carlotto

Madrid. Die Präsidentin der Großmütter des Plaza de Mayo, Estela de Carlotto, hat Spanien zur Übergabe von Dokumenten seiner Botschaft in Buenos Aires aufgefordert, die über das Verschwinden von Personen während der Diktatur in Argentinien Aufschluss geben könnten. Carlotto, die kürzlich einen Besuch im spanischen Baskenland machte, erinnerte daran, dass während der Diktatur unter General Jorge Videla viele Menschen, die Exil suchten, sich an Botschaften wie die von Italien oder Spanien wandten. Die italienische Regierung habe geheime Akten ihrer diplomatischen Mission herausgegeben, nun erwarte man das von Spanien ebenfalls. Dies sei überfällig.

Von der Zeitschrift Público zu den Enthüllungen des Blattes über die Zusammenarbeit der spanischen Regierung mit der argentinischen Diktatur befragt (amerika21 berichtete), betonte Carlotto, es sei notwendig, dies weiter zu untersuchen, denn die Beteiligten hätten dabei geholfen, "eine ganze Generation zu beseitigen".

Die Organisation Großmütter der Plaza de Mayo ist noch immer auf der Suche nach 400 Kindern, die während der Diktatur in Argentinien (1976-1983) geraubt wurden. Die verschwundenen Säuglinge waren Kinder von politischen Gefangenen und wurden meist in Geheimgefängnissen geboren. Man gehe davon aus, dass einige der Kinder nach Europa gebracht worden seien, so Estela de Carlotto. Deshalb sei in Madrid ein "europäisch-argentinisches Netzwerk für das Recht auf Identität" gegründet worden.

In Italien gebe es bei den diesbezüglichen Nachforschungen Unterstützung durch die Behörden. Wenn eine Regierung sich aber nicht dafür interessiere, was in ihrem eigenen Land passiert ist, wie im Fall von Spanien, so wird sie auch nicht wissen wollen, was in Argentinien geschah. In Spanien gebe es heute Gesetze zur Straflosigkeit für Verbrechen der Diktatur unter General Francisco Franco (1939 - 1975), wie sie es früher in Argentinien gab, sagte Carlotto.

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29.10.2014 Nachricht von Klaus E. Lehmann