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21.12.2014 Panama / USA / Militär / Politik

Forderung nach Staatstrauer am Jahrestag der US-Invasion in Panama

Brennende Häuser in Panama Stadt während der US-Invasion

Brennende Häuser in Panama Stadt während der US-Invasion

Panama-Stadt. In Panama hat ein "Komitee der Angehörigen von Helden und Märtyrern" in einer Erklärung gefordert, den 20. Dezember, an dem sich in diesem Jahr zum 25. Mal die Militärinvasion der USA jährt, zum staatlichen Trauertag zu erklären.

Die am 20. Dezember 1989 von der Regierung des damaligen Präsidenten George Bush angeordnete Invasion ist für Panama bis heute ein Fanal. In der Erklärung der Angehörigen der Opfer wird daran erinnert, dass die US-Armee mit hochentwickelter Militärtechnologie ausgerüsteten 26.000 Elitesoldaten, Marine- und Infanteriekommandos der 82. Lufttransportdivision auf das Territorium der mittelamerikanischen Nation vorgedrungen waren. Diese historische Erfahrung lähme die panamaische Gesellschaft bis heute, weil die Angst vor größeren Veränderungen nach wie vor groß sei, heißt es in der Erklärung.

Diese kollektive Furcht habe die bisherigen Regierungen auch davon abgehalten, das Invasionsdatum zum nationalen Trauertag zu erklären.

Soziale Organisationen und Opferverbände fordern nun, dass für die massiven Zerstörungen Stadtteil El Chorrillo der Hauptstadt Entschädigungszahlungen geleistet werden. Die Reste der Verschwundenen müssten gesucht werden, um diesen Opfern ein würdiges Begräbnis zuteil werden zu lassen.

Die Erklärung wird von einem Programm seitens des Komitees der Angehörigen und Freunde der Gefallenen und des Organisationskomitees der Gedenkveranstaltungen anlässlich der 25. Jahrestages der Invasion begleitet. Die Veranstaltungen begannen am 18. Dezember mit Zeugenaussagen von Opfern und einer großen Demonstration nach El Chorrillo.

Bei der Invasion kamen nach UN-Angaben bis zu 2.500 Zivilisten ums Leben. Die USA sprechen von 250 toten Zivilisten.

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