Venezuela / Panama / Politik

Oppositionskandidat gewinnt Präsidentschaftswahlen in Panama

panama_nach_wahlsieg1.jpg

Der Gewinner der Präsidentschaftswahlen in Panama: Oppositionskandidat Juan Carlos Varela
Der Gewinner der Präsidentschaftswahlen in Panama: Oppositionskandidat Juan Carlos Varela

Panama-Stadt. Der konservative Oppositionskandidat Juan Carlos Varela hat die Präsidentschaftswahl in Panama gewonnen. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis erhielt der rechtskonservative Varela 39 Prozent der Stimmen, gefolgt mit 32 Prozent von José Domingo Arias, Kandidat der aktuellen Regierungspartei Demokratischer Wandel (CD), der 32 Prozent auf sich vereinigte. Dritter wurde mit 27 Prozent der ehemalige Bürgermeister von Panama-Stadt, Juan Carlos Navarro, Kandidat der Revolutionär-Demokratischen Partei (PRD). In Panama genügt im Gegensatz zu den Wahlgesetzen der Nachbarstaaten, eine einfache Mehrheit für den Sieg. Insgesamt traten sieben Kandidaten zu den Wahlen an.

Varela, Kandidat eines rechtskonservativ-christdemokratischen Wahlbündnisses aus Panamaischer Partei (Partido Panameñista) und Volkspartei (PP) wird sein Amt im Juli für fünf Jahre antreten.

Nach Bekanntgabe des Wahlsiegers durch den Vorsitzenden der Wahlbehörde (TE), Erasmo Pinilla, wandte sich Varela an seine Anhänger: "Es kommt nun eine Regierung an die Macht mit Männern und Frauen, die  nur ein einziges Ziel kennen: Panama zu dienen. Es kommt eine Regierung die gegen die soziale Ungleichheit kämpfen und keine wie auch immer geartete Korruption tolerieren wird."

Damit spielte der zukünftige Präsident auf seinen Amtsvorgänger und Multimillionär Ricardo Martinelli an, der sich während seiner Regierungszeit zahlreichen Korruptionsvorwürfen ausgesetzt sah.

Ihnen gefällt, was Sie lesen?

Das freut uns. Unterstützen Sie unsere Arbeit, regelmäßige Spenden helfen uns, das Projekt amerika21 nachhaltig aufzustellen.

Ihr amerika21-Team

Varela kündigte zudem Preiskontrollen für Güter des täglichen Bedarfs an. Panamas Wirtschaft gilt mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von acht Prozent als eine der dynamischsten Volkswirtschaften Lateinamerikas. Gleichzeitig ist Panama eines der Länder mit der höchsten sozialen Ungleichheit. 28,6 Prozent der Panamaer, vor allem die indigene und bäuerliche Bevölkerung, leben unterhalb der Armutsgrenze, davon 11,7 Prozent in extremer Armut.

Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro beglückwünschte Varela zu seinem Wahlsieg und gab der Hoffnung Ausdruck, dass sich die bilateralen Beziehungen beider Staaten wieder verbessern werden.

Die diplomatischen Beziehungen beider Länder sind bis auf weiteres unterbrochen. Grund dafür ist der Vorwurf der Einmischung in innere Angelegenheiten Venezuelas durch den scheidenden Präsidenten Panamas, Ricardo Martinelli.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr