Brasilien / Soziales

Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns in Brasilien

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Präsidentin Rousseff bei einem Treffen mit Unternehmern in ihrem Amtssitz Palácio do Planalto in Brasília
Präsidentin Rousseff bei einem Treffen mit Unternehmern in ihrem Amtssitz Palácio do Planalto in Brasília

Brasília. Mit Beginn des neuen Jahres erhöht sich in Brasilien der Mindestlohn auf 788 Reais (umgerechnet etwa 238 Euro) monatlich. Dies wurde wie bereits Anfang Dezember angekündigt nun mit einem Dekret der Präsidentin des Landes, Dilma Rousseff (Arbeiterpartei - PT) verfügt.

Im Vergleich zu 2014 wird die offizielle Lohnuntergrenze damit um 8,8 Prozent angehoben. Sie stellt eine wichtige Bezugsgröße für Löhne und Gehälter in den regulären Beschäftigungsverhältnissen dar. Nach statistischen Daten der Gewerkschaften zählen etwa  100 Millionen Menschen in Brasilien zum Kreis der Erwerbsbevölkerung, wovon fast die Hälfte nur den Mindestlohn erhält. Eine Grundlage der Neuberechnung bildete neben den aktuellen Konjunkturdaten die Inflationsrate des Jahres 2013, welche bei 5,9 Prozent lag. 

Zuletzt war der Mindestlohn in Brasilien zu Beginn des Jahres 2014 auf 724 Reais (R$) worden, was gegenüber 2013 eine Anhebung um 6,78 Prozent bedeutete. Mit der jetzigen Entscheidung wird der sozialpolitische Kurs der Regierung Rousseff weiter verstetigt. 2012 lag der Mindestlohn noch bei R$ 678. Die im Oktober wiedergewählte Präsidentin tritt Neujahr ihre zweite Amtsperiode an. Die großen Gewerkschaften begrüßen die Anhebung des Mindestlohns, kritisieren diese jedoch als nicht hinreichend.

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