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Fidel Castro misstraut den USA auch weiterhin

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Fidel Castro
Fidel Castro

Havanna. Erstmals seit Beginn der diplomatischen Annäherung zwischen den USA und dem sozialistischen Kuba hat sich Revolutionsführer Fidel Castro zu der Wiederaufnahme der Beziehungen mit Washington geäußert. Kubanische Medien verbreiteten heute einen Brief, den der 88-jährige am Montag an den Studierendenverband FEU sandte. Darin äußert Castro sein Misstrauen gegenüber den Vereinigten Staaten, begrüßt aber die Chance auf eine friedliche Beilegung des Jahrzehnte währenden Konfliktes.

"Ich traue der Politik der Vereinigten Staaten nicht und ich habe nicht ein Wort mit ihnen gewechselt, doch das bedeutet keineswegs, dass ich eine friedliche Lösung der Konflikte oder der Kriegsgefahren ablehne", heißt es in dem dreiseitigen Schreiben.

Der ehemalige Staats- und Regierungschef Kubas bekräftigt, dass die Verteidigung des Friedens eine Aufgabe aller sei: "Jedwede friedliche oder über den Verhandlungsweg erreichte Lösung zwischen den USA und den Völkern – auch denen Lateinamerikas –, die ohne Gewaltanwendung auskommt, steht in Einklang mit internationalen Prinzipien und Normen."

Die Politik Kubas orientiere sich weiterhin "an der Zusammenarbeit und Freundschaft mit allen Völkern der Erde, auch derer unser politischen Gegner." Dies erwarte man gleichermaßen von allen anderen Akteuren.

In Bezug auf die in der vergangenen Woche begonnen Verhandlungen zwischen den USA und Kuba über eine Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zeigt sich Castro zuversichtlich. "Kubas Präsident hat gemäß seiner Aufgaben und der ihm von der Nationalversammlung und der Kommunistischen Partei Kubas übertragenen Befugnisse die erforderlichen Schritte eingeleitet", so Fidel Castro über seinen amtierenden Bruder und ehemaligen Verteidigungsminister Raúl Castro.

Mit Blick auf die internationale Lage forderte Fidel Castro eine Lösung der schwelenden Konflikte auf Basis des Völkerrechtes. Von diesem Prinzip "darf kein Land ausgeschlossen werden".

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