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02.05.2015 Chile / Venezuela / Menschenrechte

Isabel Allende ist neue Vorsitzende der Sozialisten in Chile

Von links nach recht: Mizi Capriles, Isabel Allende, Lilian Tintori.

Von links nach recht: Mizi Capriles, Isabel Allende, Lilian Tintori.

Quelle: twitter.com

Santiago de Chile. Isabel Allende, Politikerin und Tochter des 1973 gestürzten und ums Leben gekommenen Ex-Präsidenten Salvador Allende, ist zur Vorsitzenden der Sozialistischen Partei Chiles gewählt worden. Bei der Abstimmung konnte sich Allende mit 58 Prozent gegen den ehemaligen Parlamentarier Camilo Escalona durchsetzen. Als erste Frau seit der Parteigründung wird sie für die nächsten vier Jahre die Führung der Partei übernehmen. Dies ist ein weiterer Erfolg für Allende: Im März 2014 hatte sie ebenfalls als erste Frau für ein Jahr die Senatspräsidentschaft übernommen.

Erst zwei Wochen zuvor hatte Allende eine Kontroverse unter Chiles Sozialisten provoziert, als sie sich mit Lilian Tintori und Mizi Capriles, beides Ehefrauen von inhaftierten venezolanischen Oppositionspolitikern, getroffen hat.

Mizi Capriles ist die Ehefrau des Bürgermeister von Groß-Caracas, Antonio Ledezma, der am 9. Februar 2015 in seinem Büro festgenommen worden war. Er wird von der Generalstaatsanwaltschaft Venezuelas der Unterstützung von Strukturen beschuldigt, "die das Land mit Gewaltakten destabilisieren wollten".

Lilian Tintori ist die Ehefrau des Nationalen Koordinators der venezolanischen Oppositionspartei Voluntad Popular, Leopoldo López. Der Politiker war im Februar 2014 im Zuge blutiger Ausschreitungen bei Demonstrationen gegen die Regierung Maduro festgenommen worden. Die Ehefrauen Tintori und Capriles befinden sich auf einer globalen Tour, um für die Freilassung ihrer Ehemänner zu werben.

"Ich werde nie damit einverstanden sein, dass politische Führer für ihre Meinung eingesperrt werden", sagte Allende nach dem Treffen. Kurz darauf twitterte sie: "Ich teile nicht den Vergleich zwischen Pinochet und Maduro, aber ich stimme auch nicht damit überein, Oppositionelle einzusperren."

Die "Allendistischen Sozialisten", die den linken Flügel der Sozialistischen Partei repräsentieren, sowie die kommunistische Partei lehnten Allendes Treffen mit den Oppositionsaktivistinnen aus Venezuela ab. "Es ist bedauernswert, dass Isabel Allende sich für die antidemokratische Kampagne und Aggression gegen die Bolivarischen Sozialisten hergibt", heißt es in einem Kommuniqué der Linkssozialisten.

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