Argentinien / Politik

Sozialisten verteidigen Mandat in argentinischer Provinz Santa Fe

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Anhänger des sozialistischen Parteibündnisses Frente Progresista Cívico y Social (FPCyS) feiern den Wahlsieg
Anhänger des sozialistischen Parteibündnisses Frente Progresista Cívico y Social (FPCyS) feiern den Wahlsieg

Rosario/Buenos Aires. Bei den Landeswahlen in der argentinischen Provinz Santa Fe vergangene Woche hat das sozialistische Parteibündnis Frente Progresista Cívico y Social (FPCyS) mit sehr knapper Mehrheit sein Mandat verteidigt. Miguel Lifschitz wird mit 30,64 Prozent der Stimmen neuer Gouverneur. Mit weniger als einem Punkt Unterschied bei 30,55 Prozent folgt mit Miguel Torres del Sel der Kandidat der liberal-konservativen Opposition Unión Pro Federal (Unión PRO). Omar Ángel Perotti, Repräsentant der lokalen Koalition der Frente para la Victoria (FpV), die die argentinischen Nationalregierung stellt, kommt mit ebenso geringem Abstand und 29,30 Prozent auf den dritten Platz. Damit wird Santa Fe zum dritten Mal in Folge sozialistisch regiert. Lifschitz folgt Antonio Bonfatti im Amt.

Laut der finalen Auszählung haben nur 1.776 von rund zwei Millionen abgegebenen Stimmen dem Sozialisten zum Wahlsieg verholfen. Den stärksten Zuspruch erhielt Lifschitz aus der Hauptstadt Rosario, die von einer sozialistischen Bürgermeisterin regiert wird und rund 30 Prozent der Wähler stellt. Trotz der Entscheidung des regionalen Wahltribunals, nur die Stimmen der Wahllokale erneut auszuzählen, die Unregelmäßigkeiten gemeldet hatten, verzögerte sich die Bekanntgabe der definitiven Ergebnisse um zehn Tage.

Bei den Vorwahlen im April hatte Torres del Sel (Unión PRO) noch mit wenigen Tausend Stimmen vorne gelegen. Der Erfolg des Kandidaten, der als Kabarettist in Argentinien bekannt ist, wurde von Beobachtern allerdings der Unterstützung des liberal-konservativen Präsidentschaftskandidaten Mauricio Macri zugesprochen. Macri ist der regierende Bürgermeister von Buenos Aires und wird für seine Partei PRO bei den diesjährigen Präsidentschaftswahlen im Oktober antreten. Er gilt als wichtiger Herausforderer des Regierungskandidaten Daniel Scioli. Das Ergebnis von Santa Fe ist trotz geringen Unterschieds eine doppelte Enttäuschung für die Partei, da Torres del Sel weder den knappen Vorsprung sichern noch ausbauen konnte.

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Zeitgleich mit dem Kopf-an-Kopf-Rennen in Santa Fe endete am Samstag die Frist zur Bekanntgabe der Kandidaten für die Präsidentschaftsvorwahlen (PASO) im August. Nachdem über mehrere Optionen für die weitere politische Laufbahn von Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner spekuliert wurde, steht nun fest, dass sie bei den Nationalwahlen weder als Abgeordnete noch für das Parlament des regionalen Wirtschaftsbündnisses Mercosur (Parlasur) kandidieren wird. Eine dritte Kandidatur als Präsidentin ist verfassungsrechtlich nicht möglich. Ihr Sohn Máximo Kirchner wird den ersten Listenplatz als Abgeordneter für die FpV in seiner Herkunftsprovinz Santa Cruz im südlichen Patagonien erhalten. Máximo ist der Vorsitzende der einflussreichen peronistischen Nachwuchsorganisation La Cámpora.

Im argentinischen Superwahljahr 2015 gelten die regionalen Wahlen in der Autonomen Stadt Buenos Aires und der Provinz Córdoba am 5. Juli als weitere wichtige Stimmungsbarometer für die Präsidentschaftswahlen.

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